Zukunft: Wie überleben kleine Dörfer den demographischen Wandel?

Abgelegene Dörfer und Gemeinden spüren die Auswirkungen des demografischen Wandels zuerst: Die Bevölkerung wird älter und schrumpft, Geschäfte schließen, kulturelle Angebote nehmen ab, junge Menschen suchen ihre Zukunft in den Städten – das Dorf verliert an Lebendigkeit und Lebensqualität.

Wie lässt sich dieser Trend stoppen? Mit diesem Thema beschäftigt sich das deutsch-niederländische Kooperationsprojekt „Krachtige Kernen / Starke Dörfer“. Beteiligt sind die Hochschule Rhein-Waal, die Fachhochschule Arnhem und Nijmegen, die FH Münster, Handwerksorganisationen sowie rund 40 deutsche und niederländische Dörfer.

Wissenschaftler und Praktiker wollen gemeinsam herausfinden, welche Lösungen sich anbieten und Angebote entwickeln. Sie beziehen die Bevölkerung, Vereine und lokale Initiativen ein und stellen das Selbstmanagement in den Mittelpunkt. In Teilprojekten werden Aufgaben mit verschiedenen Schwerpunkten bearbeitet: Es geht um die Nutzung von leerstehenden Gebäuden, um kinderfreundliche Angebote für junge Familien und die Förderung der Dorfgemeinschaft. Dörfliche Sozialräume sollen als attraktive Lebensräume gestärkt werden. Partnerschaften zwischen lokalen Unternehmen und ehrenamtlich tätigen Bürgerinnen und Bürgern sollen die Versorgungsstruktur verbessern, und bürgergetragene Pflegekonzepte sollen die Gesundheitsvorsorge vor Ort sichern. Im Mittelpunkt stehen die Bürgerinnen und Bürger selbst, denn sie sind die wahren Expertinnen und Experten. „Überschaubare Dorfgemeinschaften bieten einen weiten Gestaltungsfreiraum. Das ist ein überzeugendes Argument für das Wohnen in einer kleinen Gemeinde“, findet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.