Zahlen: Reichen 42,8 Millionen Wohnungen für 83,2 Millionen Bürger?

Ende 2020 kamen auf 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner 515 Wohnungen und damit 20 Wohnungen mehr als zehn Jahre zuvor. „Das klingt zunächst ganz positiv“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Dass der Wohnungsmarkt trotzdem so eng ist, liegt an der Struktur der Haushalte.

Seit vielen Jahren sinkt die Zahl der Personen pro Haushalt, während die Gesamtzahl der Haushalte immer weiter steigt. Die mittlere Haushaltsgröße sank auf zwei Personen. Das lag laut Umweltbundesamt an der überproportionalen Zunahme der Ein- und Zwei-Personenhaushalte. Im Jahr 2019 lebte bereits in 42,3 Prozent der Haushalte in Deutschland nur eine Person. Die Ein- und Zwei-Personenhaushalte machten zusammen mehr als drei Viertel aller Haushalte aus.

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes gab es Ende 2020 in Deutschland 42,8 Millionen Wohnungen und 41,5 Millionen Haushalte, davon waren 11,6 Millionen Familien mit Kindern und 2,6 Millionen Alleinerziehende. Der Wohnungsbestand stieg im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozent oder 290.966 Wohnungen. Im Vergleich zum Jahr 2010 erhöhte sich der Wohnungsbestand um insgesamt 5,7 Prozent beziehungsweise 2,3 Millionen Wohnungen. Die Zahl der privaten Haushalte stieg zwischen 2000 und 2019 um 10,1 Prozent.

Die Wohnfläche des Wohnungsbestandes belief sich Ende 2020 auf insgesamt etwas über 3,9 Milliarden Quadratmeter. Sie vergrößerte sich gegenüber dem Jahr 2010 um 7,0 Prozent. Die Wohnfläche je Wohnung betrug Ende 2020 durchschnittlich 92,0 Quadratmeter, die Wohnfläche je Einwohnerin und Einwohner 47,4 Quadratmeter. Damit haben sich die Wohnfläche je Wohnung seit dem Jahr 2010 um 1,1 Quadratmeter und die Wohnfläche je Einwohnerin und Einwohner um 2,4 Quadratmeter erhöht. Die durchschnittliche Zahl der Bewohnerinnen und Bewohner je Wohnung nahm von 2,02 auf 1,94 ab.