Wohnimmobilienkredit- richtlinie verunsichert Immobilienkäufer

Die Subprime-Krise, in deren Folge in den USA, Großbritannien und Irland Immobilienblasen platzten, liegt zwar einige Jahre zurück. Doch das Blasengespenst geht weiterhin um und treibt jetzt auch in Deutschland allerlei Schabernack. Angefeuert wird es durch die hohen Immobilienpreise. Weil laut empirica-Blasenindex vom August 2016 die Kaufpreise schneller als die Einkommen und die Mieten steigen, ist die Gefahr auch noch nicht gebannt.
Dem will der Gesetzgeber entgegen steuern. Jüngst wurde die europäische Wohnimmobilienkreditrichtline in regionales Recht umgesetzt. Fachleute bemängeln, dass die grundsätzlich nachvollziehbaren EU-Vorgaben in Deutschland strenger ausgelegt werden als nötig. Danach darf ein Kredit nur vergeben werden, wenn wahrscheinlich ist, dass der Darlehensnehmer den Kredit vertragsgemäß erfüllen wird. Die Banken interpretieren diese Regel so, dass die Laufzeit des Darlehens nicht länger sein darf als die statistische Lebenserwartung des Darlehensnehmers. „Die seit März geltenden neuen Vorschriften zur Kreditvergabe verursachen große Unsicherheit und benachteiligen ältere Kreditnehmer“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.
Ein weiteres Gesetz soll nach Angaben der Frankfurter Allgemeinen Zeitung eine Obergrenze festlegen, bis zu der Immobilien beliehen werden dürfen. Als erster Schritt in diese Richtung ist der Aufbau eines Wohnkreditregisters geplant. Banken sollen entweder jeden Hauskredit anonymisiert oder aber zusammengefasste Daten über Immobilienkredite dort melden. Die Bundesregierung oder die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) sollen dann bei Bedarf vorübergehend Obergrenzen für die Beleihung von Immobilien in Deutschland verhängen dürfen, zum Beispiel bis zu 60 oder 80 Prozent des Beleihungswertes.