Wohnimmobilien: Mieten und Preise driften immer weiter auseinander

Die aktuellen Erkenntnisse zu Miet- und Immobilienpreissteigerungen unterscheiden sich je nach Forschungsinstitut, untersuchter Region und Immobilienart. „Aber alle Beobachter stimmen darin überein, dass die Immobilienpreise den Mieten immer weiter davoneilen“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Die Angebotsmieten auf dem Wohnungsmarkt in den acht größten Städten Deutschlands, Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln, München, Leipzig und Stuttgart sind laut Residential Valuation JLL, Frankfurt, überwiegend auf Steigerungskurs, jedoch deutlich abgeschwächt. Den größten Zuwachs gab es in Berlin mit 7,7 Prozent. In Köln und Hamburg lagen die Steigerungen bei 5,6 bzw. 3,5 Prozent. In Düsseldorf stagnierten die Mieten erstmals. Stuttgart weist mit einem Minus von 1,6 Prozent sogar einen leichten Rückgang auf. Bei den Kaufpreisen für Eigentumswohnungen ist die Dynamik in den genannten Städten dagegen ungebrochen. Der Zuwachs lag in den vergangenen zwölf Monaten durchschnittlich bei 15,0 Prozent. Dies entspricht laut JLL exakt dem Niveau der übrigen knapp 100 kreisfreien Städte in Deutschland.

Deutschlandweit verzeichnete das Forschung­sinstitut des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser im Jahr 2020 einen Preis­anstieg von 7,4 Prozent.

Laut empirica haben die Preise für Wohnungen und Häuser zwischen knapp zwölf und 14 Prozent innerhalb eines Jahres zugelegt – insbesondere im Umland. Der Mietanstieg hinkt weit hinterher. Die inserierten Mietpreise für Wohnungen im Neubau sind im zweiten Quartal 2021 im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,3 Prozent gestiegen. Mit 11,7 Prozent legten die Kaufpreise für neu gebaute Eigentumswohnungen deutlich stärker zu. Die Preise für neue Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen sogar um 13,6 Prozent.

In Heidelberg beträgt der durchschnittliche Kaufpreis für neue Häuser derzeit 5.955 Euro pro Quadratmeter.