Wohnen: Teuer in der Stadt, günstig auf dem Land

Der deutsche Immobilienmarkt schreibt Rekordumsätze. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Geldumsatz 2015 um rund 16 Prozent. Die Immobilienpreise sind allein im Jahr 2015 durchschnittlich um zwölf Prozent gestiegen, Neubaueigentumswohnungen waren um 41 Prozent teurer als noch 2010 und in München müssen Käufer inzwischen 31 Jahreseinkommen für den Eigenheimerwerb in München aufbringen. Diese wenigen Zahlen aus der aktuellen GEWOS-Immobilienmarktanalyse IMA® werfen ein Schlaglicht auf den Immobilienmarkt.
„Doch der Immobilienmarkt ist gespalten“, darauf weist Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg hin. Während der Wohnungsbau in attraktiven Großstädten und deren Umland mit der wachsenden Nachfrage nicht Schritt hält und preisgünstige Wohnungen fehlen, ist das Wohnungsangebot in Regionen abseits der Ballungsräume weitaus größer als die Nachfrage. Preisrückgänge, Leerstand und die Gefährdung der Wirtschaftlichkeit des Immobilienbesitzes sind die Folge. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Berlin.
Wie groß die regionalen Unterschiede sind, zeigt vor allem die Schere bei den Wohnungsmieten: Die Spanne bei den durchschnittlichen Neuvertragsmieten reichte im ersten Halbjahr 2016 von 4,24 Euro je Quadratmeter in Wunsiedel im Fichtelgebirge bis zu 15,52 Euro je Quadratmeter in der Stadt München. Bei den Immobilienpreisen ist es ähnlich: Im Vergleich zum Süden und zu großen Teilen Westdeutschlands erweisen sich Nord- und Ostdeutschland weiterhin als deutlich erschwinglicher. In weiten Teilen Ostdeutschlands müssen Käufer für ein Ein- oder Zweifamilienhaus weniger als das Sechsfache des durchschnittlichen Jahreseinkommens aufwenden.