Wohnen soll bezahlbar bleiben: Baukindergeld und Freizugsprämie in der Diskussion

Der anhaltende Zuzug und steigende Immobilienpreise führen in Großstädten und Ballungsräumen zu Wohnungsknappheit. Wohnungseigentum wird damit für junge Familien und Schwellenhaushalte mit mittleren Einkommen und wenig Eigenkapital nahezu unmöglich.
Um dem entgegen zu wirken, gab es früher staatliche Fördermaßnahmen, zum Beispiel die Eigenheimzulage, zu der auch die Kinderzulage gehörte. Beide wurden ab 2006 ersatzlos gestrichen. In den Jahren danach waren die staatlichen Förderungen überwiegend auf Energiesparmaßen, Modernisierung und Vorsorgeprogramme beschränkt. „Erstmals werden jetzt wieder Programme diskutiert, die breitere Bevölkerungsgruppen ansprechen und dazu beitragen können, dem Engpass bei Wohnungen abzuhelfen“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.
Eine Idee ist, Eltern und Schwellenhaushalten mit einem sogenannten Baukindergeld den Sprung ins Wohneigentum zu erleichtern. Die Unterstützung soll sich an der Kinderzahl orientieren und zwischen 8.000 und rund 20.000 Euro liegen. Das Förderprogramm muss noch mit dem Bundesfinanzministerium abgestimmt werden und soll bereits 2017 starten. Auch eine sogenannte Selbstnutzerfreizugsprämie wird diskutiert. Sie soll einkommensschwächeren Haushalten den Ersterwerb als Altersvorsorge und Vermögensbildung ermöglichen, wenn der Immobilienkäufer im Gegenzug eine Mietwohnung frei macht und damit den Mietmarkt punktuell entlastet. Verbände fordern überdies zusätzlich ein staatlich garantiertes Nachrangdarlehen, das bestehende sozial- und wohnungspolitische Instrumente ergänzt und an die Einkommenshöhe gekoppelt sein müsste.