Wo lebt es sich günstiger, auf dem Land oder in der Stadt?

Wer derzeit auf Wohnungssuche ist, erlebt die Dynamik des Immobilienmarktes besonders stark. Immobilienpreise und Wohnungsmieten sind in vergangenen fünf Jahres stark gestiegen, „Die Spanne reicht von rund zehn Prozent Mietsteigerung seit 2010 bis zu 50 Prozent in Berlin“, meldet das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln. „In Studentenstädten wie Heidelberg sind es oft die kleinen Wohnungen bis 40 Quadratmeter, die besonders teuer geworden sind“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Aber auch Wohnungen und Häuser bis 80 Quadratmeter sind laut immowelt.de teuer geworden. Nachfrager sind oft frustriert und schauen sich nach Alternativen um, zum Beispiel im Umland oder auf dem Land.
Je weiter man sich von den Zentren entfernt, desto günstiger wird das Wohnen. Doch man sollte bei der Berechnung den Bleistift spitzen. Denn der größeren Ruhe, der besseren Luft und dem erholsamen Umfeld stehen die Mobilitätskosten gegenüber. Zwar spart der Land- oder Umlandbewohner an Miete bzw. zahlt einen niedrigeren Kaufpreis, doch er muss viel tiefer in die Tasche greifen, wenn es um die Bewältigung der Wege geht. Arbeitsplatz, Ärzte, Versorgungs- und Kultureinrichtungen, Kindergärten und Schulen sind meistens viel weiter entfernt als in der Stadt. Das macht sich deutlich bemerkbar an den Kosten für das Auto oder den öffentlichen Personenverkehr. Das günstige Wohnen wird dann sehr oft an der Tankstelle oder in Form von Tickets bezahlt. Besonders das Pendeln zum Arbeitsplatz kann ein Loch ins Budget reißen. Daher nehmen 56 Prozent der Deutschen maximal eine Stunde Arbeitsweg in Kauf, 22 Prozent würden aber sogar zwei und mehr Stunden Fahrtdauer tolerieren.