Welche Wirkung hätte eine mögliche Zinswende für Immobilienkäufer und -verkäufer?

„Seit fünf Jahren zeigt die Preisentwicklung bei Immobilien nur in eine Richtung – aufwärts“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Diese Entwicklung könnte nur ein spürbarer Anstieg der Zinsen dämpfen“, ist sich Michael Fehr sicher. Eine Prognose bleibt aber schwierig und wäre überdies von regionalen Faktoren abhängig. Zur Zeit stellt sich die Situation so dar: Die amerikanische Notenbank Fed hat den amerikanischen Leitzins um 0,25 Prozentpunkte erhöht; die Europäische Zentralbank EZB hält hingegen an ihrer expansiven Geldpolitik fest, obwohl die Inflationsraten weiter steigen. Immobilienkäufer erhielten Mitte März 2017 für den Kauf oder Bau von Immobilien Hypothekendarlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren zum Bestzins von nur wenig über ein Prozent. Die EZB sieht noch keinen Anlass, auf die politischen Entscheidungen der letzten Zeit – wie den Brexit oder die Wahl Trumps zum US-Präsidenten – mit Anpassungen ihres Kurs zu reagieren, weil deren Auswirkungen geringer seien als vermutet. Damit handelt sie Kritikern zuwider, deren Warnungen in jüngster Zeit immer lauter wurden. Auch der deutsche Finanzminister, Wolfgang Schäuble, rät, die expansive Geldpolitik den veränderten Marktgegebenheiten anzupassen. Michael Fehr geht davon aus, dass „es für deutsche Immobilienkäufer so lange leicht bleibt, Immobilien zu finanzieren, wie die EZB ihren Kurs beibehält. Davon profitieren weiterhin Immobilienverkäufer, die den Gewinn aus der Preissteigerung der vergangenen Jahre durch einen Verkauf in dieser Marktphase realisieren. Sollten die Zinsen deutlich anziehen, würde sich die Lage langsam umkehren. Der Auftrieb der Immobilienpreise würde sich abschwächen, in einigen Regionen würden die Preise möglicherweise stagnieren oder könnten sogar zurückgehen. Das wäre aber für Käufer nur bedingt vorteilhaft, denn sie müssten wegen der höheren Zinsen mehr Geld für die Finanzierung aufbringen.“