Weiterhin steigende Immobilienpreise, aber nachlassende Mietpreisdynamik

Berlin macht mächtig Stimmung. Tatsächlich sind die Miet- und Immobilienpreise dort schneller gestiegen als irgendwo sonst in Deutschland. Der Hauptstadteffekt zeigt nach einer langen Zeit mit überaus niedrigen Mieten nun Wirkung. „Aber Berlin ist nicht ganz Deutschland“, bemerkt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

In der ganzen Bundesrepublik steigen die Immobilienpreise weiterhin – inzwischen auch in kleineren Städten. Dagegen schwächt sich die Dynamik bei den Mieten bundesweit weiter ab.

Die Kaufpreise für Wohnimmobilien sind im zweiten Quartal 2021 um durchschnittlich 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Dies ist nach Angaben des statistischen Bundesamtes der größte Preisanstieg seit Beginn der Reihe. Allein gegenüber dem Vorquartal haben sich Wohnungen sowie Ein- und Zweifamilienhäuser im Schnitt um 3,7 Prozent verteuert.

Dagegen lässt laut IVD-Wohnpreisspiegel die Mietpreisdynamik weiter nach. Das dritte Jahr in Folge stiegen die Mietpreise im Bundesdurchschnitt geringer als im jeweiligen Vorjahr. Die Steigerungen liegen damit im Rahmen der Inflationsrate, derzeit sogar darunter.

In angesagten Vierteln der Großstädte sind Durchschnittsverdiener allerdings oft von den Wohnkosten überfordert. Verbraucherschützer und Kreditinstitute empfehlen, weniger als 30 Prozent des Haushaltseinkommens für Wohnkosten aufzuwenden. Laut Definition des Statistischen Bundesamts liegt eine Überlastung durch Wohnkosten vor, wenn mehr als 40 Prozent des Haushaltseinkommens für Wohnkosten ausgegeben werden.

ImmoScout24 und wg-suche.de haben die Preise für WG-Zimmer und Ein-Zimmer-Wohnungen in den beliebtesten Unistädten Deutschlands ermittelt. Die teuersten WG-Zimmer gibt es in München mit knapp 40 Euro pro Quadratmeter. Auch in Berlin sind WG-Zimmer teuer. Die Miete stieg in einem Jahr um 67 Prozent auf rund 38 Euro.

In Heidelberg kostet ein WG-Zimmer durchschnittlich 21 Euro, eine Einzimmerwohnung aber 16 Euro pro Quadratmeter. Während WG-Zimmer in einem Jahr um sieben Prozent teurer wurden, stagnierten die Mieten für Einzimmerwohnungen fast.