Was ist in dieser Zeit besser, mieten oder kaufen?

„Wer welche Wohnform bevorzugt, ist nicht immer eine Frage des Geldes“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Mehrere Faktoren bestimmen darüber, ob eine Mietwohnung oder Wohneigentum besser den individuellen Bedürfnissen entspricht, zum Beispiel die berufliche oder die familiäre Situation.

Wer beruflich oft umziehen muss, bevorzugt häufig eine Mietwohnung, weil sie mehr Flexibilität verspricht und geringeren Erhaltungsaufwand erfordert. Käufer, insbesondere Familien mit Kindern, wünschen sich dagegen mehr Unabhängigkeit von einem Vermieter und haben die Vorteile des Vermögensaufbaus im Auge – auch wenn sie dafür monatlich mehr zahlen müssen.

Welche Vor- und Nachteile mit der jeweiligen Wohnform verbunden sind, hängt auch von der Marktphase ab. Phasen starker Preisentwicklung und hoher Mieten kommen irgendwann an ihre natürlichen Grenzen. In den Großstädten zeichnet sich diese Entwicklung bereits ab. Zwar ist die Wohnkostenbelastung etwas zurückgegangen, weil die Einkommen im Mittel stärker stiegen als die Wohnkosten. Doch der Wohnungsmarkt bleibt vermutlich noch viele Jahre angespannt, weil die Zahl der Haushalte schneller steigt als die Neubauzahlen. Mieter versuchen dann, in Richtung Eigentum auszuweichen.

Zu allen Zeiten wollten die Deutschen vorrangig Immobilien kaufen und nur so lange mieten, bis sie ihren Kaufwunsch umsetzen können. Das könnte sich allenfalls ändern, wenn die Mieten zukünftig deutlich günstiger wären als die Belastung durch den Immobilienkauf. Derzeit ist es bundesweit in knapp jedem achten Kreis günstiger, Eigentum zu erwerben als zur Miete zu wohnen, und in rund 90 Prozent aller Kreise ist Wohneigentum für Durchschnittsverdiener noch zu bezahlen. Die Vergleichsrechnung berücksichtigt die regelmäßigen Kosten beider Wohnformen, – nicht aber die Wertsteigerung von Immobilieneigentum. Der Vermögensvorteil der Eigentümer wirkt sich schon nach wenigen Jahren positiv aus.