Warum Wohnen so teuer geworden ist

Die Diskussion um die Wohnkosten wird teilweise kontrovers geführt. Der Argumentation zum Für und Wider des Bestellerprinzips und bei der Mietpreisbremse fehlen jedoch oft fundierte Zahlen, und viele Meinungen widersprechen den Tatsachen: So halten 71 Prozent der Befragten einer forsa-Umfrage das Gewinnstreben der Vermieter für die Ursache der stark steigenden Mieten in gefragten Ballungsgebieten. Modernisierungen und energetische Sanierungen sind für 70 Prozent die Hauptursache, Bürokratie und Vorschriften landen mit 47 Prozent auf dem dritten Platz. Nur 17 Prozent meinen, dass die Zahlungsfähigkeit und -bereitschaft unter den Mietern in gefragten Wohnlagen gestiegen ist. Gleichzeitig sehen 62 Prozent der Befragten den Anstieg der Mietnebenkosten als Haupt-Kostentreiber. 25 Prozent halten dagegen die Entwicklung der Netto-Kaltmieten für ausschlaggebend, was im Widerspruch zur ersten Antwort steht. Die Fakten belegen dagegen: Die Nebenkosten sind in ganz Deutschland seit 2010 laut Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln durchschnittlich um 14,3 Prozent gestiegen, während die Mieten in den 50 größten Städten im gleichen Zeitraum lediglich um 7,2 Prozent zugelegt haben. Laut Umfrage vermuten 55 Prozent der Befragten, dass die Mieten infolge der Mietpreisbremse nur noch moderat steigen werden. 32 Prozent rechnen mit einem weiterhin starken Anstieg, 7 Prozent sind der Meinung, dass die Mieten nicht mehr steigen werden. „Fachleute gehen davon aus, dass nur gezielt verstärkter Neubau für ein ausreichendes Angebot und damit für bezahlbaren Wohnraum sorgen kann“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „In den Ballungsgebieten, in Groß- und Universitätsstädten weichen Familien an den Stadtrand aus, wo Kaufen inzwischen aufgrund der niedrigen Zinsen vielerorts günstiger ist als Mieten.“