Vorteil für Immobilienkäufer: Immobilienfinanzierung weiterhin günstig

„Ja, es stimmt, der Immobilienkauf ist eine teure Angelegenheit geworden“, stellt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg, fest. „Die gute Nachricht aber lautet: Die Rate, mit der ein durchschnittlicher Immobilienkredit getilgt wird, hat einen neuen Tiefstwert erreicht. Die Darlehen werden zwar immer höher, aber die Tilgungsrate ist leicht gesunken, während die Zinsfestschreibung zugenommen hat.“

Im Sommer erreichten die Bauzinsen vorübergehend Höchststände, sanken aber inzwischen wieder. Die Standardrate ermöglicht einen Überblick. Sie lag für einen Immobilienkredit in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf im Juli bei 460 Euro und im Juni bei 480 Euro.

Insider halten sich derzeit zurück, wenn es darum geht, verlässliche Trends zu nennen. Sie gehen aber davon aus, dass die Zinsen mittelfristig steigen werden. Eile scheint dennoch nicht geboten zu sein, weil die EZB die Zinsen mindestens für die nächsten sechs Monate niedrig halten will.
Um eine Wohnung oder ein Haus zu finanzieren, leihen sich Darlehensnehmer durchschnittlich rund 225.000 Euro. Im Vergleichszeitraum des vergangenen Jahres waren es noch 201.000 Euro, im Sommer 2015 waren es nur 172.000 Euro.
Kreditnehmer in Deutschland sind weiterhin vorsichtig. Sie beherzigen den Rat, lange Zinsbindungen zu wählen. Im laufenden Jahr betrug die Zinsbindung durchschnitt 14 Jahre. Allerdings ging dieser Wert im Juli 2018 auf durchschnittlich 13 Jahre und 10 Monate zurück. Offenbar nimmt die Risikobereitschaft ein wenig zu. Doch im Vergleich der vergangenen fünf Jahre ist die Zinsbindung immer noch lang. Vor fünf Jahren betrug sie durchschnittlich 11 Jahre und 8 Monate. Der anfängliche Tilgungssatz sinkt gegenüber dem Vormonat um 0,08 Prozentpunkte auf 2,77 Prozent und damit auf den niedrigsten Satz seit 2015.