Vorteil für Immobilienkäufer im Doppelpack: Sanierungsgebiet und Denkmalschutz

Die Bestandsimmobilien in Deutschland prägen unsere Städte und in ihnen schlummert ein riesiges Potenzial. Wer die niedrigen Neubauzahlen bemängelt, vergisst oft, dass 90 Prozent aller Gebäude in Deutschland bereits gebaut sind. Die Entwicklungschancen sind jetzt sogar noch gestiegen und zwar ausgerechnet durch die Mietpreisbremse. Diese begrenzt die zulässige Miete in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt seit dem 1. Juni 2015 auf das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete zuzüglich 10 Prozent. Doch das gilt für Denkmalimmobilien und in Sanierungsgebieten nicht. Voraussetzung: Sie müssen umfassend modernisiert werden. „Damit gewinnen diese Immobilien jetzt zusätzlich an Attraktivität.“ Das hat Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg, in der Praxis bereits festgestellt.
Unter umfassend modernisiert versteht der Gesetzgeber einen Umfang, der eine Gleichstellung mit Neubauten ermöglicht und etwa ein Drittel des für eine vergleichbare Neubauwohnung erforderlichen Aufwands erreicht. Die normale Instandsetzung bei einem Mieterwechsel setzt die Mietpreisbremse nicht außer Kraft. Aber die bei denkmalgeschützten Immobilien sowie bei Objekten in Sanierungsgebieten durchgeführte Kernsanierung erfüllt zweifelsfrei die Anforderungen an eine umfassende Modernisierung. Bei der anschließenden Erstvermietung ist der Anbieter deshalb in der Festlegung der Miethöhe frei und kann seine Investition – wie vor der Einführung der Mietpreisbremse – kalkulieren. Ein zusätzlicher Vorteil liegt in der erhöhten Abschreibung. „Hoffentlich erkennen viele Investoren und Immobilienkäufer diese Chance, das wäre ein großer Gewinn für unsere schönen alten Städte“, sagt Michael Fehr.