Vermögen aufbauen: Mit Immobilien zu mehr Gleichheit

Das Immobilienvermögen ist der Schlüssel zu einer gleicheren Vermögensverteilung in Deutschland“, erklärt Claus Michelsen, Immobilienökonom des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Das Institut fragte sich, wie mehr Haushalte zu Immobilieneigentum kommen können und verknüpfte diese Frage mit der Vermögens­ungleichheit.

„Die Vermögen in Deutschland sind im internationalen Vergleich besonders ungleich verteilt. Ein Grund dafür ist die niedrige Wohneigentumsquote. Sie steht im EU-Vergleich an letzter Stelle“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Hierzulande besitzen vergleichsweise wenige Menschen Immobilieneigentum. Um herauszufinden, woran das liegt, untersuchten die Wissenschaftler die Wohnungsbauprämie und die Besteuerung von Immobilien. Neben Reformen schlagen sie auch ein neues Instrument vor, das den Immobilienerwerb für Haushalte mit geringem Eigenkapital unterstützen soll.

„Die gute Nachricht ist: Es gibt Möglichkeiten, mehr Haushalten zu den eigenen vier Wänden zu verhelfen. Die Politik muss jedoch schnell und zielgenau an den richtigen Stellschrauben drehen“, ergänzt Claus Michelsen

Die Wohnungsbauprämie hat durchaus Potenzial: Trotz der geringen Summen konnten signifikante Effekte auf das Sparverhalten der geförderten Haushalte nachgewiesen werden. Das führt dazu, dass sie eher und vor allem in jüngerem Alter eine Wohnimmobilie kaufen. Die bisherige Immobilienförderung könnte durch eine sogenannte Sozialkaufprämie ergänzt werden. Sie soll Eigenkapitallücken bei Haushalten mit eher niedrigen Einkommen füllen.

Ein weiteres mögliches Handlungsfeld könnte die Besteuerung von Immobilien sein. Als Aktionsbereich nennen die Wissenschaftler die Grundsteuer, die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen, die Erbschaftsteuer und die Grunderwerbsteuer. Der Ersterwerb von Wohneigentum könnte steuerbegünstigt werden.