Überhitzer Markt? So entwickeln sich die Immobilienpreise

„Wegen der hohen Immobilienpreise fragen sich unsere Kunden zunehmend, ob ein Kauf jetzt noch sinnvoll ist“, sagt Ralf Heß, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Wir verweisen dann darauf, dass Immobilien ein wichtiger Baustein für die Altersvorsorge sind und darüber hinaus eine Anlage, die man direkt nutzen kann.“

Wie sich die Preise weiter entwickeln werden, hat eine neue Studie erforscht. Die wichtigste Aussage lautet: Der Immobilienmarkt boomt vor allem deshalb, weil es – begünstigt durch die Niedrigzinsphase – derzeit an Anlagealternativen mangelt. Die Nachfrage nach Immobilien ist so stark, weil die Zinsen für ein Darlehen niedrig sind und der nötige Wohnraum knapp ist.

Kaufinteressierte, die bereitwillig überteuerte Summen zahlen, unterstützen diese Entwicklung und tragen mit dazu bei, dass die Preise erst einmal nicht fallen. Im Gegenteil: Die Preise steigen weiter, allerdings nur in manchen Regionen und mit einer abgeschwächten Wachstumsrate.

Bei der Preisbildung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Dazu gehören Lage und Infrastruktur, Alter und Zustand, Wohnfläche und Grundstücksgröße. Entscheidend ist aber die aktuelle Situation am Markt.

Einige Käufer und Käuferinnen zahlen überteuerte Summen selbst dann, wenn der Gegenwert der Immobilie dem Kaufpreis gar nicht entspricht. Gerade bei privaten Verkäufen bezieht sich der Angebotspreis oftmals nicht auf den eigentlichen Marktwert, weil die notwendigen Bewertungsunterlagen von Fachleuten gar nicht vorliegen. Daher liegen die Preise laut Studie bei zehn bis 30 Prozent aller Wohnungen und Häuser über dem, was die Daten für Bodenwert und Region eigentlich aussagen.

Die Bundesregierung will dieser Entwicklung durch den forcierten Bau von Wohnungen entgegen steuern. Sie plant den Bau von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr. Ob dieses Ziel schnell zu erreichen ist, bezweifeln Experten angesichts der Knappheit von Baugrundstücken, dem Engpass in der Bauwirtschaft und der überbordenden Bürokratie.