Tanken zu Hause – Elektromobilität auf dem Vormarsch

„Ein E-Auto auf Deutschlands Straßen wirkt schon längst nicht mehr exotisch. Im Gegenteil: Viel mehr Menschen würden sich eines anschaffen, wenn sie es bequem zu Hause laden könnten“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Der Elektro-Mobilität steht vor einer Trendwende. Der Rückstand gegenüber anderen Ländern baut sich langsam ab. Bis 2030 könnten in Deutschland bis zu 14,8 Millionen E-Fahrzeuge und Hybridfahrzeuge zugelassen werden. Das neue Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) soll die Rahmenbedingungen verbessern.

Um die Ausstattung von Gebäuden mit Ladestationen voranzubringen, sollen Gebäude bei umfangreichen Renovierungen und Neubauten künftig mit Leerrohren zur Aufnahme von Energieversorgungs- und Datenleitungen ausgestattet werden. Für neue Wohngebäude mit mehr als fünf Stellplätzen ist diese Ausstattung bereits Pflicht.

Das neue Wohnungseigentumsgesetz räumt Wohnungseigentümern inzwischen das Recht auf den Einbau einer E-Ladestation ein. Dieser Weg ist vielversprechend, weil in diesem Bereich rund vier Millionen Stellplätze zur Verfügung stehen und der Entwicklung einen deutlichen Schub versetzen könnten. Die KfW fördert jeden Ladepunkt mit 900 Euro Zuschuss. Das gilt sowohl für Eigentümer und Wohnungseigentümergemeinschaften als auch für Mieter und Vermieter. Die meisten Besitzer möchten ihr E-Mobile am liebsten zu Hause tanken. Das Kabel zum Aufladen über Nacht durch das auf Kipp gestellte Fenster zu hängen und in die nächste Steckdose zu stecken, kann jedoch allenfalls eine provisorische Übergangslösung sein. E-Autos können zwar theoretisch auch über eine Haushaltssteckdose geladen werden. Doch der Ladevorgang über die normale 2,3 kW Steckdose dauert viel zu lange. Für zügiges Laden gibt es sogenannte Wallboxen. Das sind fest installierte Ladestationen mit einer deutlich höheren Ladeleistung von bis zu 22 kW.