Stadtentwicklung: Verdichtung und Leerstand Segregation und Gentrifizierung

Die Städte in Deutschland transformieren sich. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Einer davon ist der Wandel von der Industrie- zur Dienstleistungs- und Wissensgesellschaft. Das Ruhrgebiet ist dafür das beste Beispiel: Der Wandel hat dort bereits mit der Kohlekrise in den 1960er Jahren begonnen. Die Internationale Bauausstellung IBA Emscher Park hatte schon in den 1980er und 90er Jahren zukunftsorientierte Lösungen angeregt. Bundesweit setzte sich spätestens seit der Jahrtausendwende der Trend zum Wohnen in der Stadt bundesweit durch, wofür zuallererst die Wirtschaftsbedingungen und die Arbeitsplatzsituation verantwortlich sind. Dadurch verloren viele ländliche Bereiche mit schlechter Infrastruktur und fernab größerer Städte Einwohner. Leerstände bis heute die Folge.
In den Metropolen werden durch den hohen Zuzug und die daraus resultierende Wohnungsknappheit Tendenzen zur Segregation deutlich, wenn Stadtbewohner den Kontakt mit anderen sozialen, religiösen, ethnischen oder schichtspezifischen Gruppen meiden. Oft wird gleichzeitig eine Gentrifierung beobachtet, wenn sich Stadtbewohner durch die Aufwertung oder Sanierung eines Stadtteils verdrängt fühlen, weil die Wohnkosten stark steigen.
„Weil die Ungleichheit in Heidelberg im Vergleich mit anderen Städten eher im Mittelfeld liegt, sind derartige Auswirkungen hier eher schwach ausgeprägt“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Die Bundesregierung versucht mit verschiedenen Strategien auf den Umwandlungsprozess zu reagieren, zum Beispiel mit dem Programm „Soziale Stadt – Nachbarschaften stärken, Miteinander im Quartier“. Ob diese Maßnahmen angesichts eines weltweiten Phänomens reichen werden, bleibt abzuwarten. Laut Gutachten „Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte“ könnten bis 2050 etwa zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten wohnen.