Wie viel Wohnraum braucht der Mensch?

„In den vergangenen Jahrzehnten haben unsere Kunden immer größere Flächen nachgefragt“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Jetzt ist erstmals eine Rückwärtsbewegung zu beobachten.“

Nach einer Studie des Forschungsinstituts für gesellschaftliche Weiterentwicklung geht der allgemeine Wohnflächenkonsum zurück. Neue Wohnungen weisen geringere Wohnflächen auf als früher. Das Institut macht dafür den anhaltenden Immobilien-Boom verantwortlich. Mieter und Käufer passen sich auf diese Weise den hohen Preisen an.

Das Deutsche Institut für Normung hat Standardmaße erarbeitet, die als Anhaltswerte gelten können: Danach werden für das Wohnzimmer mit Essplatz je nach Anzahl der Bewohner*innen 23 bis 27 Quadratmeter vorgeschlagen. Ein Schlafzimmer für zwei Personen sollte 14 Quadratmeter groß sein, eine Küche ohne Essplatz zwischen sieben und neun Quadratmeter, für ein Bad mit WC werden 5,5 Quadratmeter angegeben. Ein Kinderzimmer für ein Kind sollte mindestens 8,5, für zwei Kinder mindestens 13 Quadratmeter groß sein, 8,5 Quadratmeter für ein Kind lautete die DIN-Empfehlung zur Kinderzimmergröße auch schon 1967. Eltern wünschten sich aber bereits in den 2000er-Jahren doppelt so viel Platz für ihren Nachwuchs, 16 bis 20 Quadratmeter sollten es schon sein, ergab eine Umfrage. Fertighaus-Anbieter planen im Schnitt 14 Quadratmeter für den Nachwuchs ein.

Auch für die Größe der Wohnung gibt es Vorgaben, die sich an der Zahl der Bewohner orientieren. Der Flächenbedarf für eine Person in einer Wohnung wird mit 40 bis 45 Quadratmeter angeben. Eine Wohnung für zwei Personen sollte 50 bis 55 Quadratmeter groß sein, für drei Personen 50 bis 75 und für vier Personen 75 bis 85 Quadratmeter.

Diese Angaben wirken gegenüber den herrschaftlichen Altbauten aus dem vorigen Jahrhundert bescheiden. Für die Nutzbarkeit einer Wohnung ist aber vor allem ein guter Grundriss wichtig, über den moderne Wohnungen heute fast ausnahmslos verfügen.