Wie Straßen den Immobilienwert beeinflussen

Die Zahl der Autos erreichte in Deutschland 2019 mit rund 47 Millionen Fahrzeugen den höchsten Stand aller Zeiten. Zudem sind moderne Autos heute viel größer als noch vor einigen Jahren. Darauf sind sogar autogerecht ausgebaute Städte nicht eingerichtet. Staus und Parkplatznot sind die Folge. Vor der eigenen Haustür möchte das niemand haben.

 „Der Straßenverkehr wirkt sich auf die Qualitätsmerkmale einer Wohnlage aus“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Die Lage eines Gebäudes ist eines der wichtigsten Kriterien bei der Bewertung von Immobilien. „Die Gewichtung der verschiedenen Faktoren hat sich im Zuge des zunehmenden Individualverkehrs verschoben: Verkehrsberuhigte Wohnlagen steigen im Wert, während viel befahrene oder zugeparkte Straßen den Wert von Immobilien mindern“ ergänzt Michael Fehr.

Stadtbewohner fühlen sich so stark wie nie zuvor vom Auto eingeschränkt und bedrängt. Vielerorts bilden sich Initiativen, die oft im Einklang mit den Behörden nach Lösungen suchen. Eine davon lautet: Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs.

Einigen Städten gelingt das bereits vorbildlich. Andere haben das Fahren mit Bussen und Bahnen aber durch Preiserhöhungen sogar noch unattraktiver gemacht. Erste Städte bieten das Fahren dagegen bereits zum Null-Tarif an: In ganz Luxemburg müssen Passagiere ab März 2020 nur noch in der ersten Klasse zahlen, alle anderen Fahrten sind kostenfrei. Die estnische Hauptstadt Tallinn hat bereits seit 2013 einen kostenlosen Nahverkehr. Manchester in England und Aubagne in Frankreich gehören ebenfalls zu den Pionieren. Auch in Deutschland bewegt sich etwas: Die Nordrhein-Westfälische Stadt Monheim führt ab April 2020 den Gratis-Nahverkehr ein, und in Augsburg gibt es seit 1. Januar 2020 die kostenlose City-Zone.