Wie kommt die Energiewende bei Immobilien voran?

„Das Ergebnis der Europawahl und die Proteste junger Menschen auf den Straßen zeigen, wie stark das Interesse an der Umwelt gewachsen ist“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Über Partei­grenzen hinweg besteht Einigkeit über das hohe technisches Nutzungspotenzial von Windenergie- und Photovoltaikanlagen. Sie liefern elektrischen Strom unmittelbar, effizient und günstig. Diese Energie wird dringend gebraucht, aber „derzeit sind wir „(...) nicht auf Kurs, um den Zielen des Klimaabkommens von Paris gerecht zu werden. (...) Der Ausbau der erneuerbaren Energien schreitet voran, aber zu langsam“, stellen die Energie-Experten der Fraunhofer-Institute fest.

Gut drei Viertel der Bundesbürger meinen, die Emission von Kohlendioxid im Heizungskeller sollte künftig nach dem Verursacherprinzip bezahlt werden. 62 Prozent fordern, die Einnahmen aus einer solchen CO2-Abgabe einzusetzen, um die Strompreise zu senken. Das sind die Ergebnisse einer Befragung aus dem Energie-Trendmonitor 2019.

In der Schweiz existiert bereits eine CO2-Abgabe. Ein Drittel der Abgabe fließt dort über das „Gebäudeprogramm“, das unter anderem die Sanierung von Gebäuden sowie Investitionen in erneuerbare Energien fördert, zurück an die Verbraucher. In Deutschland sind derzeit rund 70 Prozent des Strompreises staatlich reguliert. Die hohen Umlagen und Steuern sorgen für konstant hohe Strompreise, obwohl die reinen Entstehungskosten auch dank der Erneuerbaren-Energien-Stromproduktion so niedrig sind wie noch nie. Diese Kostenverteilung halten 89 Prozent der deutschen Verbraucher für unfair.

Es gibt auch gute Nachrichten: Wärmepumpen gelten als Schlüsseltechnologie und sind umweltfreundlich. Sie werden zunehmend zum Standardheizsystem im Neubau. Ihr Anteil bei den genehmigten Wohngebäuden wuchs nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf rund 44 Prozent.