Wer zahlt die Reparatur in der Mietwohnung?

„Grundsätzlich ist der Vermieter für die Instandhaltung der Wohnung zuständig“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Damit aber nicht kleinlich über die Ursache eines Schadens diskutiert werden muss, gibt es in den meisten Mietverträgen eine sogenannte Kleinreparaturenklausel. Darin ist vereinbart, dass der Mieter die Kosten für Kleinreparaturen übernimmt. Voraussetzung ist, dass die Schadensbehebung günstiger ist als ein festgesetzter Höchstbetrag. Üblich sind 75 bis 120 Euro. Wird es teurer, trägt der Vermieter die gesamten Kosten. Damit die Vertragsklausel rechtlich gültig ist, muss sie zusätzlich eine Jahresobergrenze beinhalten. Hier gelten laut Bundesgerichtshof sechs bis acht Prozent der Jahresbruttokaltmiete als angemessen (BGH, VIII ZR 343/08).

Einen größeren Schaden sollte der Mieter sofort beim Vermieter anzeigen. Dann ist es Sache des Vermieters, Handwerker zu beauftragen und den Mieter über den Zeitpunkt und die Dauer der fälligen Arbeiten zu informieren. Bei selbst verursachten Schäden trägt übrigens der Mieter in jedem Fall die Kosten. Lässt er beispielsweise eine Bratpfanne fallen und die Küchenfliesen gehen zu Bruch, muss er die Ausbesserung bezahlen.

In einem konkreten Fall stritten Mieter und Vermieter gleich über mehrere Schäden: die Reparatur einer Steckdose, einer Abflussrohrdichtung und der Ablaufpumpe für die Dusche. Das Gericht entschied, dass der Mieter für die Reparatur der Steckdose selbst zuständig ist, der Vermieter hingegen für die Reparatur der Abflussrohrdichtung und der Ablaufpumpe (AG Berlin-Mitte, 05.02.2020, 15 C 256/19).