Was Immobilieneigentümer und Bauherrn über das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) wissen sollten

„Die Regelungen über die Verwendung von Energie in Gebäuden waren zuletzt auch in Fachkreisen etwas unübersichtlich geworden“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) soll nun für mehr Klarheit sorgen. Das Gesetz gilt bereits seit dem 1. November 2020. Es führt die Energieeinsparverordnung, das Energieeinspargesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz zusammen. Die Regeln zur Energieeffizienz und zur Nutzung von erneuerbaren Energien werden aufeinander abgestimmt.

Ab sofort müssen Bauherrn zum Heizen mindestens eine Form der erneuerbaren Energien zu nutzen. Das kann Energie aus Photovoltaik-, Solarwärme- oder Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sein. Fern- und Abwärme erfüllen ebenfalls die Anforderung. Strom aus eigener Produktion kann angerechnet werden.

Ab dem Jahr 2026 dürfen mit Heizöl oder Kohle betriebene Kessel nur noch ausnahmsweise betrieben werden. Kessel, die 30 Jahre oder älter sind, müssen außer Betrieb genommen werden.

Unternehmen, die im Rahmen einer Sanierung ein Angebot abgeben, müssen im Angebot schriftlich auf die kostenfreie Pflicht zur Energieberatung hinweisen.

Auch Immobilienmakler unterliegen bei der Vermietung oder beim Verkauf eines Hauses nun der Pflicht, einen Energieausweis vorzulegen. Aussteller von Energieausweisen müssen passende Maßnahmen zur Modernisierung empfehlen. CO2-Emissionen müssen im Energieausweis genannt werden.

Die staatliche Förderung für erneuerbare Energien und effiziente Energienutzung sind jetzt gesetzlich verankert. Der Staat übernimmt bis zu 45 Prozent der Investitionen für klimafreundliche Heiztechnik oder Wärmedämmung. Alternativ können steuerliche Vergünstigungen in Anspruch genommen werden.

Für Bauvorhaben, für die vor dem 1. November 2020 beantragt oder angezeigt wurden, gelten die neuen Regelungen nicht.