Warum Baudenkmäler sich lohnen

„Heidelberg ist weltweit bekannt für seine Bau- und Kulturdenkmäler. Davon profitieren nicht nur die Bewohner, sondern auch Tourismus, Wirtschaft und Entwicklung. Das gilt für alle Städte mit alter Bausubstanz wie Augsburg, Berlin, Görlitz, Hamburg, Lübeck, Schwerin oder Trier“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Eigentümer von Denkmalgebäuden haben besondere Vorteile: Ihre Gebäude bilden stadtplanerisch einen Schwerpunkt, sind in ihrem Bestand geschützt und ihr Erhalt wird gefördert. In Deutschland gibt es rund eine Million Denkmäler. Dabei handelt es sich in 63 Prozent der Fälle um Baudenkmäler. 

2016 waren mindestens 36.000 Personen mit denkmalpflegerischen Aufgaben betraut und sorgten dafür, dass die Denkmäler erhalten und erlebbar bleiben. Nicht überall machen sich die Denkmalbehörden beliebt, zum Beispiel wenn sie unverständliche Forderungen durchsetzen wollen, wie jüngst bei der Kieler Universität. Eine grüne Säule mit Luftpumpenservice für Fahrräder und neue Sitzbänke auf einem Platz vor den Gebäuden aus den Sechzigerjahren erregten das Missfallen der Denkmalschützer.

Dass es auch anders geht, zeigt das im Juni 2018 neu eröffnete Junghans Terrassenbau Museum, ein Denkmal der Industriearchitektur in Schramberg im mittleren Schwarzwald. Der Museumsleiter lobte die Zusammenarbeit mit dem Denkmalamt. Die Instandsetzung des einzigartigen Terrassenbaus stellte die Planer vor große Herausforderungen. Das Gebäude stand lange leer und wurde in den Jahren 2016 bis 2018 vom heutigen Eigentümer mit viel Liebe zum Detail wieder instandgesetzt.

Für den Erhalt von denkmalgeschützten Gebäuden gibt es staatliche Förderungen, zum Beispiel zinsgünstige Darlehen und nicht rückzahlbare Tilgungszuschüsse von der Kreditanstalt für Wiederaufbau, das Finanzamt gewährt steuerliche Vorteile und ggf. unterstützt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Erhalt.

Am Tag des offenen Denkmals, dem 9. September 2018, öffnen bundesweit mehrere Tausend historische Bauten, Parks und archäologische Stätten wieder ihre Türen für Interessierte.