Wärme, Kälte, Klima: Neue Lösungen machen Erdöl- und Erdgasheizung überflüssig

„Wir stehen am Scheideweg, was die Energiewirtschaft im Gebäudesektor angeht“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) klingen vielversprechend: Im ersten Halbjahr 2019 lag der Anteil von Sonne, Wind und anderen regenerativen Quellen an der Deckung des Stromverbrauchs in Deutschland erstmals bei 44 Prozent.

Der hohe Anteil der Erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr 2019 ist aber auf außergewöhnliche Witterungsverhältnisse zurückzuführen: Die Winderträge lagen durchgängig über den langjährigen Durchschnittswerten.

Wenn die Entwicklung so fortschreitet, erreicht der Anteil erneuerbarer Energien bis 2030 jedoch lediglich 54 Prozent. Um das für den Klimaschutz notwendige 65-Prozent-Ziel zu erreichen, muss noch einiges geschehen. Flächenbeschränkungen für Photovoltaik- und Windkraftanlagen an Land sowie die Ausbau-Deckel für Wind offshore und Photovoltaik außerhalb des Ausschreibungsregimes hemmen eine effektivere Nutzung.

Eine Kurzstudie des Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Vereins (DKV e. V.) belegt das riesige Klimaschutzpotential der Kälte-, Klima- und Wärmepumpentechnik. Danach können mit dem Einsatz von Wärmepumpen die Emissionen im Wärmesektor bis 2050 um 80 Prozent reduziert werden können.

Wärmepumpen nutzen die Umweltwärme und sind die effizientesten Systeme zur Bereitstellung von Wärme bis zu Temperaturen von 150 °C. Bei elektrischen Antrieben auf Basis von erneuerbaren Energien arbeiten sie ohne CO₂-Emissionen und machen Gas- und Ölheizungen überflüssig. „Eine politische Entscheidung zum verstärkten Einsatz von Wärmepumpen würde einen erheblichen Beitrag zur Emissionsminderung leisten“ “, erklärt Prof. Dr.-Ing. Ullrich Hesse, Inhaber der Kältetechnik-Professur der TU Dresden.