Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen gekippt

„Das in der Fachwelt stark kritisierte Umwandlungsverbot von Miet- in Eigentumswohnungen ist vom Tisch“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Das ist eine gute Nachricht, denn ein solches Verbot hätte die in der Bundesrepublik dringend gebotene Eigentumsbildung wesentlich behindert.“

Eigentumswohnungen haben in den vergangenen Jahrzehnten einen Nachfrageboom erlebt. Das Angebot kann die Nachfrage nicht decken, auch wenn in den vergangenen Jahren viele Eigentumswohnungen neu gebaut wurden. Viele Eigentumswohnungen entstanden bereits vor der Jahrtausendwende durch Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Aus dieser Zeit stammen immer noch viele Vorbehalte: Mieter würden nach und nach aus ihrem Umfeld verdrängt, während Hausbesitzer hohe Gewinne einstrichen. Diese Argumente konnten den Siegeszug der Eigentumswohnung nicht bremsen. „Die Käufer einer Eigentumswohnung wollen selbstbestimmt wohnen, für das Alter vorsorgen und vor Kündigung sicher sein“, ergänzt Michael Fehr.

Im Rahmen des Baulandmobilisierungsgesetzes sollte es ursprünglich einen neuen § 250 BauGB gegeben, der es Gemeinden erlaubt hätte, in angespannten Wohnungsmärkten die Aufteilung von Wohneigentum unter Genehmigungsvorbehalt zu stellen.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hatte dazu ein Gutachten vorgelegt. Darin heißt es: „... Haushalte (müssen) damit rechnen, dass sie entweder zu höheren Kosten oder gar kein Wohneigentum mehr erwerben können. Dies ist äußerst problematisch, da die Wohneigentumsbildung aufgrund der niedrigen Zinsen oftmals mit geringeren Wohnkosten als das Wohnen zur Miete verbunden ist. Überdies trägt die weite Verbreitung von Wohneigentum zu einer größeren Vermögensgleichheit bei und stellt einen wichtigen Baustein der Altersvorsorge dar.“