Tiefststand: Hypothekenzinsen in der Corona-Krise

„Wir haben uns seit Jahren an niedrige Zinsen gewöhnt. Im vergangenen Winter schwankten sie vorübergehend und erreichen jetzt im Zuge der Corona-Krise einen ungeahnten Tiefstand“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Die hervorragenden Finanzierungsbedingungen sollten aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Kauf einer Immobilie für viele Erwerber die größte Investition ihres Lebens ist. Die Finanzierung entscheidet über den Erfolg des Erwerbs, über die Dauer der Abzahlung des Kredits und über die Höhe der zurückgezahlte Summe. Stiftung Warentest hat für vier Modellfälle 90 Banken, Kreditvermittler, Bausparkassen und Versicherungen getestet.

Zwischen dem billigsten und dem teuersten Kredit gibt es riesige Unterschiede. In einem Modellfall betrug dieser Unterschied für die gleiche Finanzierung über 65.000 Euro.

Wichtig für Kreditnehmer ist, die Höhe der Kreditsumme zu festzulegen, sich niedrige Zinsen lange zu sichern und für die Tilgung eine möglichst hohe Rate zu wählen. Ein praktisches Werkzeug zum Berechnen der eigenen Ansprüche gibt es unter: www.test.de/rechner-baufinanzierung. Man kann zum Beispiel ausrechnen, wie viel Kredit man sich leisten kann oder wie hoch die Tilgung sein soll. Weiter sollte man auf eine flexible Rückzahlung achten und die Möglichkeiten der Förderung des Bundes prüfen.

Die durchschnittliche monatliche Rate einer Darlehenssumme von 150.000 Euro bei zwei Prozent Tilgung, 80 Prozent Beleihungsauslauf und zehn Jahren Zinsbindung belief sich zuletzt auf 383 Euro.

Der Anteil der Darlehen der staatlichen Förderbank KfW ist deutlich gestiegen. Das liegt unter anderem an attraktiven Tilgungszuschüssen in Kombination mit einem KfW-Darlehen und erhöhten Darlehenssummen bei verschiedenen Förderprogrammen.