Studie: Fast jeder zweite wohnt zur Miete

Die Privatvermögen sind im europäischen Vergleich ungleich verteilt. Überall in Europa hängt die Höhe des Vermögens wesentlich davon ab, ob Immobilieneigentum vorhanden ist oder nicht. Der Mittelwert des Nettovermögens für Haushalte mit Immobilieneigentum liegt in Deutschland bei 277.000 Euro, für Mieterhaushalte dagegen nur bei 10.400 Euro.

Der Vergleich der Vermögensbilanz unter den europäischen Ländern weist Deutschland einen hinteren Platz zu. „Das liegt daran, dass die Wohneigentumsquote in Deutschland besonders niedrig ist“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg.

Die neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) belegt: „Deutschland ist ein Mieterland: Weniger als die Hälfte der Deutschen leben in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus. Nach der Jahrtausendwende ist die sogenannte Wohneigentumsquote lediglich von 41 Prozent auf 45,5 Prozent gestiegen – seit sieben Jahren stagniert sie.“

Zum Vergleich: In Polen beträgt die Wohneigentumsquote rund 84 Prozent, in Spanien 77, in Italien 72, in den Niederlanden 69 und in Schweden rund 65 Prozent.

Laut Studie leben vor allem junge Menschen in Deutschland wieder häufiger zur Miete: 1999 betrug die Wohneigentumsquote der 25- bis 34-Jährigen 23 Prozent. Im Jahr 2017 waren es nur noch zwölf Prozent. Bei den 65- bis 74-Jährigen dagegen liegt die Eigentumsquote bei 58 Prozent.

Die Gründe sind vielfältig: Unter anderem zählen dazu die Zunahme der Singlehaushalte in den Städten und die hohen Kosten, die mit dem Erwerb einer Eigentumsimmobilie verbunden sind – besonders in den Metropolen. Weil immer mehr junge Menschen studieren und erst später arbeiten, können sie sich die eigenen vier Wände nicht leisten. Bei Paaren sei die Wahrscheinlichkeit, ein Eigenheim zu besitzen, dagegen etwa dreimal höher als bei Singles.