Sicher ist sicher im Mietrecht: Warum sich Irrtümer hartnäckig halten

„Im Berufsalltag gibt es immer wieder Situationen, in denen Mieter sich auf vermeintliche Rechte berufen, die es gar nicht gibt“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Falsch verstandene oder nur teilweise weitergegebene Informationen führen oft zu Unsicherheit und Streit. Im vergangenen Jahr mussten Gerichte in rund 200.000 Fällen Mietrechtsangelegenheiten klären. Die Zeitschrift Finanztest hat die größten Irrtümer rund um das Mietverhältnis gesammelt und klar gestellt. Es geht um Fragen wie: Darf der Vermieter eine teilweise Untervermietung generell verbieten? Darf er Zweitschlüssel für vermietete Wohnungen behalten? Darf er die Haustierhaltung generell verbieten? Die Antwort auf alle diese Fragen lautet Nein.

„Mieter und Vermieter kennen ihre Rechte überwiegend, sind sich aber manchmal nicht ganz sicher“, ergänzt Michael Fehr. Einfach im Internet zu googeln, ist meistens keine gute Lösung, denn nicht alle Quellen sind zuverlässig. Gesicherte Informationen bietet www.test.de unter „Mietrecht: Antworten auf die häufigsten Fragen“.

Hartnäckig hält sich beispielsweise die falsche Behauptung „Wer drei potentielle Nachmieter vorschlägt, kommt früher aus dem Mietvertrag“. Der Vermieter ist jedoch überhaupt nicht verpflichtet, einen Nachmieter zu akzeptieren. Das Mietverhältnis endet nach einer ordnungsgemäßen Kündigung erst dann, wenn die Kündigungsfrist abgelaufen ist. Vermieter und Mieter können aber im Einvernehmen etwas anderes aushandeln – beispielsweise, wenn es einen Nachmieter gibt.

Ein häufiger Streitpunkt ist auch der Auszug eines Hauptmieters, beispielsweise in Wohngemeinschaften oder bei Trennung. Derjenige, der auszieht, möchte den Mietvertrag dann meistens einzeln kündigen, was er allein aber nicht kann. Alle Hauptmieter müssen gemeinsam kündigen, sonst bleibt der ausgezogene Mieter weiter in der Haftung.