Niedrigzinsphase und kein Ende?

„Wie wirken sich hohe Immobilienpreise, steigende Mieten, steigende Verbraucherpreise und die weltweit hohe Staatsverschuldung auf den eigenen, privaten Vermögensaufbau aus? Das wollen unsere Kunden wissen“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Niedrige Zinsen = teure Immobilien – so lautet seit Jahren die Gleichung. Die Frage lautet also: Lohnt sich der Immobilienkauf immer noch?“

Nach Angaben des Institutes of International Finance in Washington betragen die Schulden von Privathaushalten, Unternehmen sowie der öffentlichen Hand weltweit 318 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Das sind unter anderem die Rahmenbedingungen für die Zinspolitik. Dagegen nimmt sich die Verschuldung, auf die sich ein privater Haushalt für die Finanzierung einer eigenen Wohnung einlässt, gering aus, besonders wenn man bedenkt, dass es einen realen Gegenwert gibt und die Alternative fortlaufende Mietzahlungen wären. Für die private Finanzierung gilt, dass die maximale Monatsrate 35 Prozent des monatlichen Nettohaushaltseinkommens nicht überschreiten sollte.

Analysten gingen noch bis in die zweite Jahreshälfte 2018 davon aus, dass die Zinsen 2019 wieder steigen würden. Danach sieht es derzeit nicht mehr aus. Das IW Institut in Köln rechnet stattdessen mit einer noch viele Jahre anhaltenden Niedrigzinsphase. Die aktuellen Zahlen bestätigen das bereits: Die Zinsen für Immobilienkredite sind zum Jahresbeginn erneut in Richtung der historischen Tiefststände zurückgegangen. Der sogenannte Zweidrittelzins, zu dem rechnerisch zwei Drittel der Kunden einen Kredit bekommen, rangiert bei 1,39 Prozent effektiv. Wegen der weltweiten hohen Verschuldung und wegen der zunehmenden politischen Unsicherheit sind baldige Zinssteigerungen unwahrscheinlicher geworden.

Fazit: Die niedrigen Zinsen lassen die Immobilienpreise zwar weiter steigen, sind aber auch der Grund dafür, dass der Immobilienkauf weiterhin sinnvoll ist.