Neues Gesetz: Wohnungseigentumsgesetz novelliert

„Viele Millionen Menschen sind von den neuen Regelungen im Wohnungseigentumsgesetz betroffen. Dazu gehören zuerst die privaten Wohnungseigentümer, die ihre Wohnung selbst bewohnen oder als Anlageobjekt vermieten – aber indirekt auch die Mieter einer Eigentumswohnung“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg

Das Gesetz mit dem sperrigen Namen Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) hat den Bundesrat passiert und wird zum 01.12.2020 in Kraft treten. Seine Ziele sind die Förderung der Elektromobilität, die Modernisierung des Wohnungseigentumsgesetzes und die Änderung von kosten- und grundbuchrechtlichen Vorschriften. Das Gesetz soll energetische, klimaschützende und altersgerechte Modernisierungen leichter realisierbar machen.

Die jeweiligen Interessenvertreter äußern sich unterschiedlich. Der Mieterbund findet das Ergebnis „enttäuschend“, weil es vermietenden Wohnungseigentümer zukünftig möglich ist, die Betriebskosten nach Miteigentumsanteilen statt wie bisher nach Wohnfläche auf die Mieter umzulegen. Die ohnehin komplizierte Überprüfung der Nebenkostenabrechnung werde damit schwerer.

Der Verband der Immobilienverwalter Deutschland begrüßt die weitgehend ausgewogene und praxisnahe Reform. Abgesenkte Abstimmungsquoten lösen Blockadehaltungen einzelner Eigentümer auf. Beschlussfassungen im Umlaufverfahren werden erleichtert. Die Einführung eines Sachkundenachweises in Form einer Zertifizierung unterstreicht die gestiegene Verantwortung des Immobilienverwalters.

Das neue Wohnungseigentumsgesetz ebnet den Weg für mehr energetische Sanierungen, den Einbau von E-Ladestationen sowie für barrierearme Ein- und Umbauten. Auch Maßnahmen zum Einbruchschutz sowie zum Einbau eines Glasfaseranschlusses werden erleichtert.