Neues Gesetz: Maklerprovision wird künftig hälftig geteilt

„Die Handhabung der Maklerprovision war bisher nicht bundeseinheitlich geregelt. Das ändert sich jetzt“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Der Deutsche Bundestag hat das Gesetz über die Verteilung der Maklerkosten bei der Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser beschlossen.

Zukünftig zahlen Käuferinnen und Käufer von Wohnimmobilien jeweils nicht mehr als die Hälfte der Maklerprovision. Die Beauftragung eines Maklers beim Immobilienverkauf geht in der Regel vom Verkäufer aus. In der Praxis hatte der Käufer bisher kaum Einfluss auf die Entlohnung der Maklerdienstleistung. Er musste die Übernahme der anteiligen oder vollständigen Maklerprovision akzeptieren, wenn er nicht als Bewerber ausscheiden wollte.

Das neue Gesetz soll Käufer einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses finanziell entlasten. Deshalb ist eine Vereinbarung zur Übernahme der Maklerprovision zukünftig nur dann wirksam, wenn die beauftragende Partei mindestens zur Zahlung in gleicher Höhe verpflichtet wird. Die andere Partei soll ihren Anteil erst dann zahlen müssen, wenn der Auftraggeber seiner Zahlungspflicht nachgekommen ist. Auch in Fällen, in denen der Makler von beiden Parteien einen Auftrag erhält und die Interessen beider wahrnimmt, soll er nach dem Gesetz zukünftig mit beiden Parteien nur eine Provision in gleicher Höhe vereinbaren können.

Zudem soll ein Textformerfordernis für Maklerverträge über die Vermittlung von Kaufverträgen über Wohnungen und Einfamilienhäuser eingeführt werden. Ausreichend für den Abschluss eines Maklervertrags wäre dann beispielsweise eine E-Mail. Auf diese Weise können Unklarheiten über in der Praxis häufig strittige Fragen hinsichtlich des Inhalts eines Maklervertrags vermieden werden. Das Gesetz wird voraussichtlich im Dezember 2020 oder Januar 2021 in Kraft treten.