Neue Anforderungen an Erstellung und Verwendung des Energieausweises

„Seit Einführung der Energieausweise sind über zehn Jahre vergangen. Die ersten Ausweise sind bereits ungültig oder laufen wegen der begrenzten Gültigkeitsdauer demnächst ab“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Wer einen neuen Energieausweis braucht, muss seit dem Inkrafttreten des neuen Gebäudeenergiegesetzes am ersten November 2020 neue Regeln beachten.

Eigentümer von Wohngebäuden und gewerblich genutzten Gebäuden müssen den Energieverbrauch des Gebäudes wie bisher bei der Vermietung, Verpachtung oder dem Verkauf mit einem Energieausweis nachweisen. Das gilt ab sofort auch für Maklerinnen und Makler. Nach wie vor wird zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis unterschieden. Auch die Gültigkeit der Ausweise von zehn Jahren gilt weiterhin.

Zukünftig darf die Objektbegehung entfallen. Immobilieneigentümer können stattdessen Fotos zur Verfügung stellen, die den Aussteller des Ausweises in die Lage versetzen, die energetischen Eigenschaften des Gebäudes zu beurteilen, beispielsweise Fotos von der Fassade, des Daches, der Fenster, der obersten Geschossdecke, der Kellerdecke und der Heizungsanlage. Zusätzlich sind weiterführende Angaben zur Art des Energieträgers für die Wärmeerzeugung zu machen. Empfehlungen zur Verbesserung der Energieeffizienz des Gebäudes sollen Eigentümer dazu motivieren, die Klimabilanz ihres Gebäudes zu verbessern.

Für den neuen Energieausweis sind jetzt auch Klima- und Lüftungsanlagen relevant. Dazu gehören Anlagen mit einer Nennleistung von über 12 kW. Von der Prüfpflicht ausgenommen sind Klimaanlagen, die die Effizienz mit einer kontinuierlichen elektronischen Überwachung messen und automatisiert informieren, wenn die Effizienz sinkt. Während der Übergangsfrist bis zum 1. Mai 2021 dürfen Energieausweise noch nach den alten Vorschriften erstellt werden.