Mobilitätskonzepte beeinflussen den Immobilienwert

Wie sich eine Wohnlage in Zukunft entwickelt, wird immer mehr eine Frage neuer Mobilitätsmodelle sein. Wo heute eine belebte, mehrspurige Straße mit rauschendem Autoverkehr für ungesunde Luft, Lärm und unwirtliche Aufenthaltsqualität sorgt, kann morgen eine Grünzone für Fußgänger und Radfahrer sein.

„Autos im Stadtzentrum sind auch in Heidelberg nicht mehr gern gesehen. Im Bundesvergleich ist die Stadt vorbildlich: Täglich kommen knapp 60.000 Pendlerinnen mit Bus und Bahn oder mit dem Auto in die Neckarstadt“, bestätigt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Die Heidelberger selbst nutzen zu 73 Prozent innerstädtisch regelmäßig das Fahrrad. Das ist in der Stadt der kurzen Wege eine praktische Alternative.

Die Verbreitung von E-Scootern und die Debatten um elektrisches sowie autonomes Fahren sind präsenter denn je. Es ist nicht so, dass alle diese Ideen auch massentauglich wären. Vielmehr sollen neue Mobilitätsangebote ausgelotet werden, um eine Vorstellung von anderen Lebensweisen zu entwickeln.

Kürzlich flog erstmals ein Volocopter über Stuttgart, den das Institut für Flugmechanik und Flugregelung (iFR) der Universität Stuttgart mit entwickelt hat. Das neuartige Flugtaxi kann senkrecht starten und landen, braucht dafür nur wenig Platz und kann zwei Menschen knapp 30 Kilometer weit fliegen. Die Erfinder halten das Gerät für eine vielversprechende Lösung, um einen Teil des steigenden Transportbedarfs in Ballungsräumen zu decken.

Ob dieses Projekt eine Zukunft haben wird, hängt von vielen Faktoren ab, sicher ist nur: Das eigene Auto als hauptsächliches Fortbewegungsmittel über kurze und mittlere Distanzen bis 300 Kilometer wird abgelöst werden durch viele zusätzliche Möglichkeiten der Fortbewegung.

Stadtplaner denken inzwischen immer weniger in Gebäuden, Straßen und Plätzen, sondern entwickeln zunehmend neue Stadt- und Lebensraumkonzepte.