Lukrativ: So funktioniert die Grundstücksteilung

„Die Baulandkosten sind bereits seit dem Jahr 2000 der größte Treiber bei den Immobilienpreisen“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Das liegt in erster Linie daran, dass bebaubare Grundstücke in attraktiven Lagen von Universitätsstädten oder Metropolen stark nachgefragt werden“. Die Nutzung vorhandener Grundstücke effektiver zu gestalten, liegt daher nahe. Als Möglichkeit bietet sich die Grundstücksteilung an, vor allem wenn die zulässige bauliche Nutzung nicht ausgeschöpft ist.

Bei der Teilung eines Grundstückes wird für jeden zukünftigen Grundstücksteil ein neues Grundbuchblatt angelegt mit dem Ziel, mehrere neue Grundbücher zu bilden. Diese Teilung nennt man Realteilung. Weiterhin gibt es die Teilung nach dem Wohnungseigentumsgesetz, die in der Praxis aber seltener vorkommt.

Grundsätzlich ist jedes Grundstück teilbar. Ob zur Teilung eine Genehmigung erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Landesrecht ab. Grundstücksteilungen mit anschließender Neu- oder Zusatzbebauung sind ab einer Größe von rund 700 Quadratmetern sinnvoll und möglich. Die sorgfältige baurechtliche Prüfung insbesondere der Flächennutzungspläne und Bebauungspläne sollte weiteren Maßnahmen vorausgehen.

Bei einer Realteilung wird ein Flurstück in mehrere Teilstücke geteilt. Hierfür wird ein öffentlich bestellter Vermesser gebraucht, der die Teilung direkt von seinem Computer aus vornehmen kann, falls die Daten digital vorliegen. Anderenfalls ist ein Ortstermin notwendig, der kosten- und zeitintensiver ist. Alle Veränderungen werden in das Automatisierte Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS) eingepflegt, auf das der Notar bei der Schaffung eines neuen Grundbuchblattes zugreifen kann.

Die Teilung gemäß Wohnungseigentumsgesetz wird als ideelle Teilung bezeichnet. Ein Vermesser wird nicht gebraucht. Stattdessen erstellt der Notar eine Teilungserklärung in der Rechte festgelegt und Sonder- sowie Gemeinschaftseigentum gebildet werden.