Klima: Wie kann die Wende gelingen, wenn die Motivation sinkt?

„Alle, die mit Immobilien zu tun haben, wissen, dass der Energieverbrauch von Gebäuden einen wesentlichen Einfluss auf das Klima hat“, betont Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Das betrifft Immobilieneigentümer, Vermieter, Immobilienverwalter, am Bau beteiligte Unternehmen und Bauherrn. Dennoch kommt die Energiewende nicht voran. Die umständlichen Regeln und undurchsichtigen Fördermaßnahmen wirken sich lähmend auf die Entwicklung aus.

Dabei stehen die deutschen Verbraucher einer Energiewende im privaten Bereich positiv gegenüber: 86 Prozent wollen auf klimafreundliche Heiztechnik umsteigen. Knapp 80 Prozent wünschen sich ein Ende fossiler Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas. 

Von den rund 21 Millionen bestehenden Heizanlagen arbeiten mehr als zwei Drittel mit veralteter Technik und sind klimaschädlich. Verbraucher machen die Politik für die schleppende Energiewende verantwortlich: 92 Prozent der Bundesbürger wollen den Hebel bei den Strompreisen ansetzen, damit umweltfreundliche Heiztechnik günstiger betrieben werden kann, ergab der Energie-Trendmonitor 2019.

Inzwischen fehlt der Mehrheit der Bundesbürger das Verständnis dafür, dass die Politik ihre selbst gesteckten Klimaziele verfehlt. Dadurch schwinden auch Interesse und Motivation, im privaten Umfeld aktiv zu werden.

Einzig die Schüler machen mit ihren Demonstrationen „Fridays for Future“ darauf aufmerksam, dass das Klima alle angeht. Hoffnungsvoll sind auch technische Entwicklungen in vielen Bereichen der Energiegewinnung. So entwickelt beispielsweise das Fraunhofer-Institut Solare Energiesysteme, die in Fassaden und Dachflächen vollständig integriert werden können. Für derartige solare Gebäudehüllen entsteht weltweit gerade ein Massenmarkt, der den Energieverbrauch nachhaltiger gestalten kann.