Kaufen oder Mieten? Wohnungsmarkt stößt überall an Grenzen

„Am Wohnungsmarkt zeigen sich erste Tendenzen einer Veränderung“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. In den attraktiven Städten steigen die Mieten seit rund zwei Jahren so langsam wie lange nicht mehr. In den großen Metropolen fallen sie sogar. „Beachtlich ist, dass die Kaufpreise weiterhin mit zweistelligen Zuwachsraten in die Höhe schießen“, ergänzt Michael Fehr.

Die Immobilienkaufpreise sind für Anleger weiterhin akzeptabel, weil die Renditen anderer sicherer Geldanlagen viel niedriger sind. Mieter spüren inzwischen eine natürliche Grenze, ihre Gehälter konnten mit den Wohnkosten nicht Schritt halten. Wer jetzt eine neue Wohnung braucht, wird sich nach Alternativen umschauen.

Das Forschungsinstitut empirica geht davon aus, dass Vermieter die Mieten nur in dem Maße weiter erhöhen können, wie es zahlungsbereite Nachfrager gibt. Das steigende Neubauangebot wirke Mieterhöhungen im Bestand außerdem zunehmend entgegen.

Im bundesdeutschen Durchschnitt stagnieren die Angebotsmieten für Bestandswohnungen. Das ist das aktuelle Ergebnis des Immobilienindex von ImmobilienScout24. Im November 2018 waren sie sogar erstmals seit April 2007 rückläufig. Nach einem leichten Anstieg im Dezember sanken sie im Januar wieder, um in den vergangenen Monaten erneut zu stagnieren.

Diese gesamtdeutschen Durchschnittswerte bilden sich regional und innerhalb der Städte längst nicht überall in dieser Form ab. In den deutschen Metropolen und attraktiven Universitätsstädten steigen die Mieten und Kaufpreise weiter, während sie sich anderenorts zum Teil deutlich abschwächen.

In Heidelberg lag der durchschnittliche Preis für eine Eigentumswohnung im ersten Quartal 2019 bei 3.722 Euro pro Quadratmeter. Das ist eine Steigerung von elf Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2018. In den Big 8-Städten stiegen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen mit 6,7 Prozent – bei leicht abgeschwächter Dynamik.