Immobilienwerte in der Coronakrise überwiegend stabil

Die Corona-Pandemie verändert die ganze Welt und zeigt gleichzeitig auf, welche Werte Bestand haben werden: „Immobilien gehören dazu“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Im Vergleich mit anderen Investitionen, beispielsweise in Aktien, sind Immobilien derzeit von der Coronakrise weitgehend unbelastet.“

Das trifft jedoch nicht auf alle Marktsegmente gleichermaßen zu. An der Börse gehandelte Immobilieninvestments rutschten zunächst deutlich ab. Die Kurse der großen deutschen Immobilienfonds verloren zu Beginn der Krise zwischen zehn und 20 Prozent, erholten sich inzwischen aber teilweise.

Wohnimmobilien erscheinen dagegen zurzeit sogar attraktiver zu sein, als vor der Krise. In Zeiten der Stay at Home-Gesellschaft gewinnt die häusliche Umgebung an Bedeutung. Die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern übersteigt das Angebot seit langem. Ob fünf oder drei potenzielle Käufer eine Wohnung kaufen wollen, wird zunächst kein wesentliches Kriterium für die Preisbildung sein. Maßgeblich wird jedoch die Dauer der Krise sein, die irgendwann den Arbeitsmarkt und damit die Einkommenssituation breiter Käuferschichten beeinflussen kann. Mittelfristig könnten Nachfrage, Fluktuation und Preisentwicklung sinken.

Analysten gehen davon aus, dass sich die aktuelle Krise vor allem auf Einzelhandels- sowie Hotel- und Freizeitimmobilien negativ auswirken wird. Der Markt für Büroimmobilien reagiert traditionell sensibel auf konjunkturelle Schwankungen. In diesem Segment ist laut Forschungsinstitut bulwingesa mit steigenden Leerständen auf moderatem Niveau zu rechnen. Die zunehmende Digitalisierung in den Unternehmen durch die Coronakrise verändert überdies die künftigen Anforderungen an Büroflächen. Der damit einhergehende veränderte Flächenbedarf wird zu Anpassungen führen, meint Andreas Wende, Vorsitzender des ZIA-Ausschusses Büroimmobilien.