Immobilienverkauf: Schädlingsbefall nicht verschweigen

Die hygienischen Verhältnisse in Deutschland sind ganz überwiegend gut. Der menschliche Organismus ist überdies darauf eingestellt, Haus oder Wohnung mit diversen anderen Lebewesen zu teilen. Dazu gehören Holzwürmer, Käfer oder Bakterien aber auch Motten, Mäuse und Milben. Ob gesundheitliche Einschränkungen drohen oder Schäden am Gebäude entstehen können, hängt davon ab, wie stark der Befall durch Schädlinge ist.

Für alle Formen übermäßiger Besiedelung durch unangenehme „Mitbewohner“ gibt es wirksame Abhilfe frei zu kaufen. Wichtig ist es, die Warnhinweise der angebotenen Mittel und Gifte genau zu beachten und die Umweltverträglichkeit zu bedenken. Auf jeden Fall sollte die Selbsthilfe gründlich sein und ihr Ergebnis überprüft werden. Notfalls helfen spezialisierte Kammerjäger dabei, das Übel zu beseitigen.

Wer allerdings vor dem Verkauf seines Hauses allzu sorglos einen lange währenden, ausgeprägten Schädlingsbefall nur optisch kaschiert, kann Probleme bekommen, denn er verschweigt einen Mangel. „In einem solchen Fall wäre der Käufer zur Rückabwicklung des Kaufvertrages berechtigt“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Auf einen vereinbarten Gewährleistungsausschluss kann sich der Verkäufer jedenfalls nicht berufen, weil er überlegenes Wissen hat. Davon ist auch das Oberlandesgericht Braunschweig (OLG Braunschweig, 01.11.2018, Az. 9 U 51/17 ) in einem konkreten Fall ausgegangen, weil der Verkäufer den Befall eigenhändig lediglich verdeckt hatte, anstatt ihn fachgerecht zu sanieren. Auch als Laie hätte er aufgrund der sich erneut verbreitenden Bohrlöcher und Risse erkennen können, dass der Befall nicht beseitigt war. Das Verschweigen eines Mangels setzt voraus, dass der Verkäufer den Mangel kennt oder ihn für möglich hält. Das war in diesem Fall offensichtlich der Fall.