Immobilienschenkung: Zehn-Jahres-Frist beachten

„Es gibt viele gute Gründe, Haus- und Grundeigentum zu verschenken“, weiß Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Ein Grund ist beispielsweise, die Verantwortung auf Jüngere zu übertragen. Ein anderer wäre, den künftigen Nachlass aus steuerlichen Gründen gering zu halten. In vielen Fällen stellt eine Eigentumsübertragung der Eltern auf die Kinder die finanzielle Basis für den Immobilienerwerb der nächsten Generation dar.“

Die Zehnjahresfrist im Zusammenhang mit der Schenkung kann später eine wichtige Rolle spielen, zum Beispiel, wenn ein Schenker plötzlich auf Sozialleistungen angewiesen ist. Schenkungen aus den letzten Jahren stehen dann plötzlich im Fokus. Innerhalb der Familie werden Rückforderungen häufig nicht gestellt. Aber staatliche Stellen können einen Rückforderungsanspruch für sich durchsetzen, weil die Schenkung und die spätere Bedürftigkeit nicht zu Lasten der Allgemeinheit gehen sollen. In der Praxis bedeutet dies meist eine monatliche Geldzahlung begrenzt auf die Höhe des Schenkwertes. Tritt die Verarmung zehn Jahre nach der Schenkung ein, ist die Rückforderung ausgeschlossen. Maßgeblich ist der Tag, an dem der Antrag auf Eigentumsumschreibung beim Grundbuchamt gestellt ist.

Auch im Todesfall nach einer Schenkung gelten Besonderheiten: Ehepartner und Kinder haben einen Pflichtteilsanspruch. Der Wert einer Schenkung innerhalb der letzten zehn Jahre vor dem Erbfall wird dem Nachlass hinzugerechnet, allerdings nur im ersten Jahr in voller Höhe, danach verringert er sich jedes Jahr um zehn Prozent. Vorsicht: Die Frist beginnt nicht zu laufen, wenn sich der Schenker umfangreiche Rechte an der Immobilie vorbehalten hat.

Die Zehn-Jahres-Frist ist auch für das Steuerrecht von Bedeutung. Wenn zwischen der Übertragung der Immobilie und einer weiteren Schenkung oder Erbschaft mehr als zehn Jahre liegen, können persönliche Steuerfreibeträge mehrmals genutzt werden.