Immobilienpreisentwicklung regional unübersichtlicher

„Die Immobilienbewertung ist in den vergangenen Monaten komplexer geworden“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Die hohen Preise in der Stadt schwappen zunehmend auf ländliche Gebiete über. Obwohl sich die Aussichten für die deutsche Wirtschaft abschwächen, bleibt die Entwicklung der Immobilienpreise davon nahezu unbeeindruckt – doch nicht überall und nicht in allen Segmenten gleichermaßen.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist der allgemeine vdp-Immobilienpreisindex um 6,7 Prozent gestiegen. Das liegt weiterhin an dem niedrigen Zinsniveau, das voraussichtlich noch weiter sinken wird. Der Wohnungsmarkt in Deutschland verzeichnete einen Preisanstieg um 6,6 Prozent und war damit leicht rückgängig. Auch der Index für Mehrfamilienhäuser stieg mit 6,0 Prozent etwas langsamer.

Allerdings stiegen die Preise für selbst genutztes Wohneigentum mit 7,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal stärker. Für Eigenheime stiegen sie mit einem Plus von 7,6 Prozent sogar noch stärker als für Eigentumswohnungen, die sich um 6,4 Prozent verteuerten.

Bemerkenswert ist der Blick auf die Top-7 Städte, wo sich eine neue Tendenz zeigt: Die Dynamik der Preisentwicklung flacht sich dort anscheinend stärker ab als im Gesamtmarkt. Die sehr hohen Preissteigerungen der vergangenen Jahre stoßen an erste Grenzen. Die Preise stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal „nur“ noch um 4,6 Prozent. Die Preise von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen verteuerten sich im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4,1 Prozent. Bei den Mehrfamilienhäusern lag der Preisanstieg bei 4,7 Prozent.

Die Bereitschaft, Immobilien zu jedem Preis zu erwerben, ist nicht mehr so ausgeprägt. Expert*innen sehen auch erste Anzeichen für eine Entspannung der Neuvertragsmieten: Sie verteuerten sich mit 3,6 Prozent etwas weniger stark.