Immobiliengeschäfte: Neue Regeln beim Geldwäschegesetz

„Deutschland bietet europaweit beste Chancen für Investitionen auf dem Immobilienmarkt“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Allerdings nutzen nicht nur seriöse Investoren die attraktiven Kaufbedingungen. Der Immobilienmarkt lockt auch Betrüger an, die ein Immobiliengeschäft für die Geldwäsche nutzen wollen.

Das Geldwäschegesetz soll verhindern, dass illegale Einkünfte in den normalen Geld- und Wirtschaftskreislauf einfließen und organisierte Kriminalität und Terrorismus finanzieren.

Die EU-Geldwäscherichtlinie wurde in Deutschland mit dem Geldwäschegesetz (GWG) aus dem Jahr 2017 umgesetzt und am 12.12.2019 geändert. Die Änderungen traten am 01.01.2020 in Kraft. Das novellierte Geldwäschegesetz bringt wichtige Änderungen in den Bereichen Sorgfaltspflichten, Transparenzregister und Meldepflicht. Der Kreis der Betroffen hat sich erweitert. Immobilienmakler, die E-Geld-Branche, der Kunstsektor sowie im Steuerbereich tätige Personen müssen sich über die neuen rechtlichen Regelungen informieren.

Bislang standen nur Investmenttransaktionen im Fokus des Geldwäschegesetzes, aber seit Beginn des Jahres wurde die Anwendung auf Anmietungen ausgeweitet, wenn die Monatsnettokaltmiete 10.000 Euro übersteigt. Unternehmen in der Immobilienbranche müssen die neuen Regelungen des Geldwäschegesetzes umsetzen. Ein neuer Leitfaden des Arbeitskreises Compliance des Instituts für Corporate Governance hilft Unternehmen bei der Umsetzung der neuen Regelungen.

„Wundern Sie sich als Kunde eines Immobilienmaklerunternehmens also nicht, wenn sie demnächst genauer befragt werden. Der Grund ist nicht die gewachsene Neugier des Maklers oder der Maklerin, sondern die erweiterte Pflicht aus dem Geldwäschegesetz“, erklärt Michael Fehr. Angaben zu Finanzierung, Eigenkapital und Fremdmitteln werden gebraucht, um die Situation besser einschätzen zu können.