Hohe Wohnkosten fördern das Pendeln zum Arbeitsplatz

Hohe Wohnkosten fördern das Pendeln zum Arbeitsplatz

Immobilieninteressenten stehen zunehmend vor der Frage, welche Kosten sie lieber akzeptieren wollen: In der Stadt sind die Wege kurz, aber das Wohnen ist teuer. Auf dem Land wohnt man billiger, muss aber mehr Zeit und Geld für die Mobilität berechnen. „Unsere Kunden sind mit diesem Problem nicht allein“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Das Prognos-Institut bestätigt: Rund 20 Millionen Menschen pendeln in Deutschland zur Arbeit.

Den höheren Wohnkosten in den Städten steht meist ein günstiger öffentlicher Personennahverkehr gegenüber. Im Idealfall kann man auf das eigene Auto verzichten und Carsharing- oder Mietwagen-Angebote nutzen. Ein Zweitwagen ist in der Stadt jedenfalls unnötig. Außerhalb der Stadt locken dagegen günstigere Wohnkosten und damit verbunden größere Wohnungen sowie die grünere und ruhigere Umgebung. Der Preis dafür sind die Kosten für das Pendeln.

Die moderne Straßen- und Schieneninfrastruktur erlaubt, dass immer mehr Menschen auf immer längeren Wegen unterwegs sind. In Stuttgart stieg die Zahl der täglichen Ein- und Auspendler zwischen 2013 und 2016 um bis zu 13 Prozent. Heidelberg und Ludwigshafen sind laut einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung zusammen die Städte mit den meisten Pendlern. In Heidelberg pendeln 69 Prozent aller Erwerbstätigen. 

Die Zeit, die Menschen für das Pendeln aufwenden, beträgt seit Jahrhunderten nicht mehr als 90 Minuten am Tag für den Weg zur Arbeit. Dank moderner Technologien werden die Distanzen aber immer größer. Zu Fuß wurden früher rund vier bis fünf Kilometer bis zur Arbeit zurückgelegt, heute schafft man in der gleichen Zeit 60 bis 80 Kilometer. Überfüllte Bahnen und Staus auf den Straßen sind die Folgen und verursachen Stress. Das hat Konsequenzen – individuell und strukturell.