Hohe Wohnkosten: Eigentümer wohnen günstiger

„Die Aufmerksamkeit der Medien für den Wohnungsmarkt ist so groß wie nie zuvor“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Die Verwerfungen werden immer deutlicher und haben weitreichende Auswirkungen auf die Lebensbedingungen der Menschen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung stellt Ende Oktober 2018 fest, dass die starke Entwicklung der Mieten in den vergangenen Jahren zu erheblichen Unterschieden bei den verfügbaren Einkommen geführt hat, wenn man die Wohnkosten in Anrechnung bringt. Dieser Aussage liegt die Analyse der Ökonomen Christian Dustmann vom University College in London, Bernd Fitzenberger und Markus Zimmermann von der Humboldt-Universität zugrunde.

Zwischen 1993 und 2013 hat sich die Einkommensschere stark geöffnet. Für das ärmste Fünftel der Einkommensbezieher ist die Last der Wohnkosten innerhalb von zehn Jahren von 27 Prozent auf 39 Prozent gestiegen. Für das reichste Fünftel der Verdiener ist sie dagegen von 16 auf 14 Prozent gesunken. Die Spreizung der Nettoeinkommen zwischen einem mittleren und den unteren zehn Prozent der Verdiener hat im untersuchten Zeitraum um 22 Prozent zugenommen – unter Berücksichtigung der Wohnkosten sogar fast um das Dreifache.

Die Studie nennt folgende Ursachen: Die Mieten sind im betrachteten Zeitraum stärker gestiegen als die Kosten für selbstgenutztes Wohneigentum, die wegen der niedrigen Zinsen sogar gesunken sind. Weil die Bezieher niedriger Einkommen überwiegend Mieter sind, die Bezieher höherer Einkommen aber eher Eigentümer, verstärkt sich die Ungleichheit. In Deutschland ist diese Entwicklung besonders ausgeprägt, weil die Eigentumsquote insgesamt besonders niedrig ist, am niedrigsten aber im unteren Einkommensfünftel.

„Das Ergebnis der Studie zeigt ein weiteres Mal, das die Bildung von Immobilieneigentum ein wichtiges Mittel beim Vermögensaufbau ist und Eigentümer vor Marktrisiken besser geschützt sind als Mieter“, ergänzt Michael Fehr.