Höhere Steuervorteile für Vermieter von günstigem Wohnraum

„Das Finanzamt vermutet regelmäßig missbräuchliche Steueroptimierung, wenn ein Vermieter eine Wohnung sehr günstig vermietet. Die Finanzbeamten gehen dann entweder von Liebhaberei oder einem Freundschaftsdienst aus und verweigern den Abzug der Werbungskosten bei der Steuer“, berichtet Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Seit diesem Jahr gibt es zugunsten von Vermietern und Mietern neue Regeln.

Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung unterliegen der Steuer. Anfallende Werbungskosten für Instandhaltung oder Verwaltung dürfen jedoch vorher abgezogen werden. Wollte ein Vermieter seine Investitionen in voller Höhe als Werbungs­kosten bei der Steuer absetzen, musste die Miete bisher mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Monatsmiete betragen. Diese alte Regelung zielte vor allem darauf, Steuersparmodelle zu regulieren. Benachteiligt waren aber auch Vermieter, die an Familienangehörige günstig vermieteten.

Seit Januar 2021 gilt nun ein neuer Prozentsatz: Vermieter können ihre Kosten auch dann voll absetzen, wenn die Miete nur bis zu 50 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete beträgt. Liegt die Miete unter 50 Prozent der ortsüblichen Monatsmiete, können die Kosten nur anteilig in Ansatz gebracht werden. Bei Ferienwohnungen können nur die auf den vermieteten Teil des Hauses entfallenden Werbungskosten geltend gemacht werden.

Die Steuererleichterung ist Teil des Jahressteuergesetzes 2020, das kurz vor Ende des vergangenen Jahres verabschiedet wurde und ab dem Veranlagungszeitraum 2021 gilt. Mit der neuen Regelung belohnt der Gesetzgeber Vermieter, die bereit sind, günstigen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Vermieter müssen dem Finanzamt bei der neuen 50-Prozent-Grenze allerdings eine Prognose aller Einnahmen und Ausgaben für 30 Jahre vorlegen. Damit soll sichergestellt sein, dass die Vermietung nicht nur privaten Zwecken dient.