Höhepunkt überschritten: Mietpreissteigerung stößt an Grenzen

„Die Mieten in den Metropolen und Universitätsstädten haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Sie liegen deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt“, erklärt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Das liegt unter anderem an den Zuwanderern, die sich in den großen Städten bessere Berufs- und Ausbildungschancen versprechen.

Eine Analyse von immowelt.de zeigt den Zusammenhang zwischen Arbeitsplatzsituation und Mietwohnungsmarkt auf. Teure Mieten und wenige Jobs gibt es in den Metropolen Berlin und Hamburg. Das Verhältnis von Jobs zu Arbeitslosen liegt unter, die Mieten liegen über dem Deutschlandschnitt. Das Verhältnis von Arbeitsstellen und Arbeitslosen ist in kleinen Städten mit niedrigen Mieten häufig besser als in den Metropolen. 

Der Anstieg der Mieten in Berlin hat sich zuletzt stark verlangsamt, während deutliche Zuwächse im Umland zu verzeichnen sind. Die Angebotsmieten stiegen im Stadtgebiet im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent. Im Vorjahreszeitraum waren es noch zehn Prozent gewesen.

Die Angebotsmieten in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen steuern auf Entspannung zu. In 35 der 66 untersuchten Regionen in Norddeutschland beruhigten sich die Angebotsmieten. 21 Regionen verzeichnen moderate Steigerungen von bis zu drei Prozent. In den größten Städten Hamburg, Hannover und Bremen sind die Preise stabil.

Anders sieht es in Bayern und Baden-Württemberg aus: Die Mieten klettern seit Jahren steil nach oben. In den Hauptstädten München und Stuttgart ist dies auch weiter der Fall. In der Hälfte der untersuchten Stadt- und Landkreise entspannt sich der Mietmarkt allerdings: Insgesamt sind in 17 Stadt- und Landkreisen die Mieten von 2018 auf 2019 gesunken, in weiteren 13 Kreisen blieben sie unverändert. Der Trend, in Großstädte zu ziehen, ist zurückgegangen. Heidelberg und Freiburg verzeichneten die niedrigste Wanderungsbilanz, Heidelberg hat sogar Einwohner verloren.