Häufige Fehler bei privater Vermietung

„Vermieter, die nur wenige Wohnungen anbieten, erledigen Verwaltung und Vermietung oftmals selbst“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. „Wer den Aufwand und die dauernde Bereitschaft nicht scheut, fährt damit meistens gut. Vorsicht ist jedoch geboten bei der Verwendung von Standardformularen und -mietverträgen. Werden diese nämlich nicht richtig ausgefüllt, können sich Nachteile ergeben.“

Das Wichtigste in Kürze: Ein Mietvertrag sollte grundsätzlich alle Bestandteile der Miete im Einzelnen aufführen sowie zwischen Kaltmiete und Betriebskosten unterscheiden. Begriffe wie Warm-, Inklusiv- oder Bruttomiete sollten vermieden werden, anderenfalls können Mieter später die Betriebskostenabrechnung zurückweisen.

Auch die eigentliche Wohnung sollte konkret benannt und beschrieben werden. Dem Mieter muss klar sein, ob Gartenanteil, Stellplatz oder Keller mit vermietet sind. Mündliche Absprachen vor dem Vertragsschluss sollten unbedingt aufgeführt und von beiden Seiten unterschrieben werden. Darunter fallen auch noch auszuführende Arbeiten in der Wohnung.

Oft bestehen falsche Vorstellungen darüber, was das Mietrecht erlaubt. Kleintiere wie Meerschweinchen oder Vögel dürfen beispielsweise auch ohne Erlaubnis im Mietvertrag gehalten werden.

Schönheitsreparaturen waren in der Vergangenheit ein heikles Thema. Sie können auf den Mieter übertragen werden, aber es kommt auf die genaue Formulierung an. Fehlt die entsprechende Klausel, gilt die gesetzliche Regel, wonach der Vermieter für Schönheitsreparaturen zuständig bleibt.

Befristete Mietverträge sind nur noch ausnahmsweise zulässig. Vermieter müssen konkrete Gründe wie einen geplanten Umbau oder Abriss vor Beginn des Vertrags benennen, sonst gilt das Mietverhältnis als unbefristet.

Vermieter, die sich nicht sicher sind, ob eine Vertragspassage zulässig ist, sollten sich unbedingt fachlich beraten lassen.