Geldsegen: Hohe Einnahmen aus Grundsteuer- und Grunderwerbsteuer

Der boomende Immobilienmarkt lässt die Steuerquellen sprudeln. Während Immobilienkäufer wegen der hohen Kaufnebenkosten zunehmend in Bedrängnis geraten, freut sich der Staat über höhere Einnahmen aus der Grundsteuer, die jeder Grundstückseigentümer zahlen muss, und aus der Grunderwerbsteuer, die bei jedem Immobilienerwerb fällig wird.

Die Grundsteuer ist eine kommunale Steuer. Städte und Gemeinden erzielten im Jahr 2018 mit rund 14,2 Milliarden Euro die bisher höchsten Grundsteuereinnahmen seit 1991. Dabei entfielen 13,8 Milliarden Euro auf die Grundsteuer B für bebaute und bebaubare Grundstücke. Das war ein Anstieg um 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Fachleute rechnen weiterhin mit einem hohen Grundsteueraufkommen. Der Bundesfinanzminister muss noch bis Ende des Jahres ein neues Gesetz auf den Weg bringen, weil das bisherige verfassungswidrig ist. Statt einer bundeseinheitlichen Regelung will er den Ländern freie Hand lassen, wie sie die Grundsteuer berechnen. Das öffnet Tür und Tor für Steuererhöhungen.

Die Einnahmen aus der Grunderwerbsteuer fließen dagegen den Ländern zu und machen dort den mit weitem Abstand größten Anteil aus. Sie verdreifachten sich seit 2010 auf 14 Milliarden Euro. Die höchsten Einnahmen in absoluten Zahlen erzielten Nordrhein-Westfalen mit einem Plus von 2,2 Milliarden Euro. Hessen und Baden-Württemberg kamen jeweils auf ein Plus von 1,1 Milliarden Euro.

„Wegen der angespannten Wohnraumsituation in den Städten will die Regierung den Immobilienerwerb erleichtern, um den Mietmarkt zu entlasten und den Wohnungsbau zu fördern. Die enorme Steigerung der Steuereinnahmen wirft allerdings die Frage auf, was der Bundesregierung wichtiger ist – Steuereinnahmen oder die Behebung des Wohnungsengpasses“, stellt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg, fest.