Fünf Jahre Mietpreisbremse – Folgen und Konsequenzen

„Die Mietpreisbremse soll in Gebieten mit angespanntem Wohnungsmarkt für Entspannung sorgen“, erläutert Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Eine aktuelle Analyse der immowelt Group hat untersucht, wie sich die Angebotsmieten in 40 Großstädten verändert haben. Verglichen wurden jeweils die fünf Jahre vor und nach Einführung der Mietpreisbremse.

In 39 Städten stiegen die Mieten seit 2015 weiter, in 37 Städten prozentual sogar zweistellig. Berlin ragt aus jeder Statistik heraus. Dort sind die prozentualen Steigerungen ungewöhnlich groß, weil das Mietpreisniveau durch die Teilungsgeschichte der Stadt anfangs extrem niedrig war.

Mit 44 Prozent stiegen die Kaltmieten in der Hauptstadt am stärksten. Die Steigerung war vor und nach der Einführung des Gesetzes gleich stark. Als Folge wurde mit dem umstrittenen Mietendeckel ein weiteres Instrument zur Eindämmung der Preissteigerungen eingeführt.

In München stiegen die Preise nach der Einführung des Gesetzes um 30 Prozent, in Düsseldorf und Stuttgart jeweils um 24 Prozent. In 26 Städten sind die prozentualen Anstiege geringer als vorher, darunter Köln und Hamburg. Die Hansestadt hat vorgemacht, wie sich gezielte Wohnbauprogramme und planvoller sozialer Wohnungsbau auswirken. Dort stiegen die Angebotsmieten von 2010 auf 2015 noch um 29 Prozent, in den folgenden fünf Jahren aber nur noch um 14 Prozent.

Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) weist darauf hin, dass die meisten Haushalte in Deutschland nicht von einer steigenden Wohnkostenbelastung betroffen sind. Es sei zwar unstrittig, dass der Quadratmeterpreis bei Neuvermietungen in den Großstädten deutlich gestiegen ist. Andererseits seien die Einkommen der Mieterhaushalte aber ebenfalls stark gestiegen.

 

Beispiele in ausgewählten Städten:

Die Tabelle nennt die durchschnittliche Miete jeweils im ersten Halbjahr 2010, 2015 und 2020 sowie die Veränderung zwischen 2010 und 2015 bzw. 2015 und 2020.

 

Berlin  5,90     8,50     12,20   44%    44%

München        11,10   14,50   18,80   31%    30%

Frankfurt a. M.           9,30     12,00   14,50   29%    21%

Hamburg         8,20     10,60   12,10   29%    14%

Freiburg          8,50     10,60   11,90   25%    12%

Heidelberg      8,60     10,20   11,10   19%    9%