Entwurf: Neues Gebäudeenergiegesetz vorgelegt

„Die Europawahl und Schülerproteste haben die Bedeutung des Klimaschutzes wieder mehr in den Vordergrund gerückt“, stellt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg, fest. Die Gesetzgebung kommt in Deutschland jedoch seit über zehn Jahren nicht voran. Vielfach herrscht Unklarheit über Fördermöglichkeiten, Vorschriften und Gesetze. Daraus sind Unmut und Ablehnung entstanden, dem ein neues Gesetz nun entgegenwirken soll.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie hat den lange erwarteten Referentenentwurf für das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) vorgelegt. Dieser sieht die Zusammenführung von Energieeinsparverordnung, Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und Energieeinspargesetz vor. Für Hauseigentümer soll sich fast nichts ändern. Der GEG-Entwurf orientiert sich weitgehend an der bestehenden Gesetzgebung und fügt geltendes Recht neu zusammen.

Rund ein Viertel des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland fällt auf die privaten Haushalte. Deshalb ist es vielversprechend, dort mit Sparmaßnahmen anzufangen. Für den Neubau und die Sanierung von Bestandsgebäuden werden zukunftsorientierte, gesetzliche Standards gebraucht, um die mittelfristigen Klimaschutzziele zu erreichen. Die Sanierungsbranche braucht überdies eine Vereinfachung der energetischen Bilanzierung von Gebäuden. Ob die Zusammenführung alter Gesetze dafür eine Lösung sein kann, wird allgemein bezweifelt.

Bei neuen Häusern gehört es zum Standard, erneuerbare Energien einzubinden. In vielen älteren Gebäuden ist das nicht der Fall. Wer eine Solaranlage nachrüsten möchte, kann zehn bis 20 Prozent Energie einsparen bei Kosten von etwa 10.000 Euro. Soll auch die Heizung erneuert werden, fallen noch einmal rund 10.000 Euro an, die eine Energieeinsparung von bis zu 30 Prozent ermöglichen. Wenn die Energiewende vorankommen soll, muss die Rechnung am Ende aufgehen.