Dynamischer Immobilienmarkt: Steigende Preise, hoher Umsatz und starke Nachfrage

„Immobilienunternehmen und deren Kunden beobachten es in der Praxis: Der Immobilienmarkt ist so dynamisch wie kaum jemals zuvor“, sagt Michael Fehr, Geschäftsführer von Immobilien Winter in Heidelberg. Die Forschungsinstitute bestätigen diesen Eindruck. Preise und Umsätze steigen trotz Corona weiter. Die Gefahr einer Überhitzung des Marktes oder einer Blasenbildung sei aber gering.

Laut Bericht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) zeigen sich die Immobilien- und Wohnungsmärkte in Deutschland weitgehend unbeeindruckt von der Corona-Krise. Mieten und Immobilienpreise sind trotz des historischen wirtschaftlichen Einbruchs bis zuletzt weiter gestiegen. Die Dynamik hat sich allerdings etwas verlangsamt, zumindest bei den Mieten.

Ein Gradmesser für die Überhitzung des Immobilienmarktes ist das Verhältnis von Kauf- zu Mietpreisniveau, der sogenannte Vervielfältiger. Das Hamburgische WeltWirtschaftsInstituts (HWWI) geht von noch moderaten Preisen in deutschen Landkreisen und kreisfreien Städten aus, doch in den Großstädten seien die Preise bereits überdurchschnittlich hoch. In den so genannten Big Seven, München, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Stuttgart, sind die Preise im Vergleich zum Vorjahr noch einmal gestiegen. Den Experten zufolge sei in den kommenden Monaten nicht mit großen Verschiebungen im Verhältnis der Preise zueinander zu rechnen.

Auch die neuesten Zahlen des Europace Hauspreis-Indexes belegen diese Aussagen. Die Preise steigen ungebremst weiter. Alle drei Segmente des Indexes – Neubauten, Eigentumswohnungen und Bestandshäuser – steigerten ihre Werte. Den geringsten Preisanstieg weist das Segment der Bestandshäuser auf.

Das Forschungsinstitut Gewos erwartet nach der Delle im März, April und Mai im laufenden Jahr trotz Corona einen weiteren, jedoch etwas geringeren Umsatzanstieg, rechnet aber mit einem leichten Rückgang der Verkaufsfälle.